Do It Yourself – Vinylkunst

Wenn Plattenspieler zur Rarität werden und die alten Schallplatten und damit alte Erinnerungen im Schrank verstauben, ist es an der Zeit zu handeln.

Ganz nach dem Motto „aus alt mach neu“ kann man die Vinylscheiben in vielfältiger Weise zu Hinguckern machen, statt sie in der Schublade oder auf der Müllhalde verkümmern zu lassen.

Egal ob als dekorativer Wandschmuck oder nützlicher Ordnungshalter – es gilt „nichts ist unmöglich“. Und der tolle Nebeneffekt, beim Anblick der Kunstwerke ist das Schwelgen in Erinnerungen garantiert.

Schnell gemacht – mit geringen Aufwand

Keine Angst, das Ganze ist nicht nur für die kreativen Köpfe was, denn das schwarze Gold kann schon ohne großen Aufwand zum Designerstück werden – Neid garantiert.

Basteltipp der Erste – Die Einfachen

Ein Basteltipp der kein Bastelltipp ist.

Ob zum Schneidebrett oder zum Pizzateller umfunktioniert garantiert ein vinylreicher Hingucker in der Küche. 

Basteltipp der Zweite – Der Ordentliche:

Für alle „schmuckliebenden“ Frauen und deren „schmuckgeplagten“ Männer ist das Folgende genau das Richtige.

In deinem Schmucksortiment fehlt es weder an Ketten und Armreifen noch an Ohrringen, aber an Stauraum?! – Hier die ebenso simple wie einfache Lösung des Problems, ein Retro-Schmuckhalter.

Anleitung
Löcher ins Vinyl gemacht, Ohrringe aufgehängt oder die Ketten und Armbänder mit Haken fixiert und fertig ist derRetro – Schmuckhalter

Kreatives Austoben – mit Aufwand

Für alle die keinen Aufwand scheuen und sich gerne so richtig kreativ austoben, dürfte die Vinylkunst definitiv auch das Richtige sein. Denn hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Basteltipp der Dritte – Die Vielseitige:

Keine Lust mehr auf Chips, Gummibärchen und Co. aus langweiligen Tüten und herkömmlichen Schalen? – dann ran ans schwarze Gold.

Mit einer Portion Lust zum Basteln entsteht eine Schüssel, aus der die Knabbereien gleich noch viel besser schmecken werden, denn das Auge isst ja bekanntlich mit.

Anleitung:
Zu Beginn – wie soll es auch anders sein – die Schallplatte im heißen Wasserbad formbar machen, nach Lust und Laune den Rand in die gewünschte Form bringen (z.B. Wellenoptik) und fertig ist die self-made Schale.  

ODER: Die Schallplatte über den zylinderförmigen Gegenstand legen und bei ca. 150°C in den Backofen, aber vorsicht: Vinyl brennt!

Hier noch ein kleiner Lichtblick für alle, die schon im Besitz eines ganzen Sortiments an originellen Schalen sind, zur Tischlampe oder zum Kerzenhalten umfunktioniert ist das Ganze ebenfalls ein toller Blickfang.

Einfach Dekosand in die Schale und die Kerze reingestellt. Und mit den passenden Farben, zum Beispiel passend zur Jahreszeit, ein zeitloses Dekoelement, das garantiert für Staunen sorgt.

Basteltipp der Vierte – Der Geschenktipp:

Ganz besonders für die Herren der Schöpfung, die ihre Liebste mal mit etwas Besonderen, Aufgefallenen, Individuellen überraschen wollen, das Richtige.

Egal ob zum Geburtstag, zum Valentinstag oder einfach nur zwischendurch, sie wird die Designerstücke und vor allem die neidvollen Blicke ihrer Freundinnen lieben.

Mal was neues wagen und die Kreativität in sich wecken.

Anleitung:
Einfach ein beliebig großes Stück schwarzes Gold ins heiße Wasserbad legen bis es sich verformen lässt und in die gewünschte Form bringen. Nach Lust und Laune mit Steinchen oder sonstigen beliebigen Dekoartikeln und Bastelzubehör verschönern und fertig sind KettenanhängerOhrringe und Co.

Egal ob Wellenoptik oder Herzform, auch hier gilt nichts ist unmöglich.

Basteltipp der Fünfte – Die Ordnungshalter:

Wer kennt das nicht – auf dem Schreibtisch herrscht ein buntes Durcheinander von Büchern, Zeitschriften und Post?! Für die tatsächlichen Aufgaben bleibt in dem, oft als kreatives Chaos gerechtfertigten – Wirrwarr nicht wirklich viel Platz. Es ist also an der Zeit für Ordnung zu sorgen und zwar mit kreativ – dekorativen Ordnungshaltern.

Vom Bücherhalter bis zum Regal ist alles möglich.

Anleitung:
Für den Bücherhalter einfach einen Teil der Schallplatte mit Hilfe eines heißen Wasserbades im 90°- Winkel verbiegen. Die Bücher dran gereiht – fertig.
Für das Post- und Zeitschriftenregal einfach einen Teil der Scheibe mit Hilfe des Wasserbades soweit umbiegen, bis der Brief oder die Zeitschriften reingeklemmt werden können. Noch schnell an der Wand befestigt und für Ordnung ist gesorgt.

Und das Beste daran, das Ganze ist um einiges origineller und dekorativer als Regale und Co. aus den schwedischen Möbelhäusern.

Basteltipp der Sechste – Die Nasszellendeko

Dein Bad ist langweilig und kahl? Es fehlt das gewisse Etwas, das es behaglich und heimlich macht? – dann ist es an Zeit endlich kreativ zu werden und es mit stylischen Elementen zu verschönern, nämlich zum Beispiel mit einem vinylreichem Klopapierhalter.

Anleitung:
Man braucht dazu nur drei alte Schallplatten (eine Große und zwei Kleine), ein Paar Schrauben und natürlich eine Rolle Klopapier. Die große Schallplatte dient zur Befestigung an der Wand. Die beiden kleinen müssen erst mal ein Bad im heißen Wasser nehmen. Ist die Schallplatte dann formbar, einfach etwa 3cm vom Rand einen rechten Winkel biegen. Nun das Klopapier zwischen die kleine Platten klemmen und mit Hilfe der eben geschaffenen „Befestigungslasche“ und Schrauben an der großen Schallplatte befestigen. Tadaaa fertig ist die hippe Bad-Deko.

Und für alle, die diese Idee toll finden, aber keinen Toiltettenpapierhalter mehr brauchen, ein weiterer Tipp: Das ganze funktioniert auch wunderbar mit Küchenpapier.

Es zeigt sich also mit etwas Arbeit und einer Portion Phantasie kann so eine Schallplatte eben doch mehr als sich nur im Kreis drehen. Eigentlich schade drum, wenn das Gold der Musik in der Schublade verkümmert.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Basteln und kreativen Austoben…

Die Welt ist eine Scheibe – Ein Stück Vinyl-Geschichte

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Wenn sich alles um die Scheibe dreht und das Jagen und Sammeln mehr als ein freizeitfüllendes Hobby, sondern eine Liebe und Leidenschaft fürs Leben ist, dann ist es der Vinyl-Sammler. Die Vinylplatte hat eine bewegte Geschichte und diese ist es neben der Musik wahrscheinlich auch, die den Vinyl-Sammler antreibt, das nächste begehrte Lieblingsstück zu ergattern.

Doch worin besteht die Faszination Vinyl eigentlich? Musikfans gibt es auf der ganzen Welt, doch der Vinylliebhaber hat meist eine besondere emotionale Bindung zu seinen Schalplatten, die über reine Nostalgie und übliches Fanverhalten hinausgeht. Das Vinyl hat eine lange Entwicklung hinter sich, die immer neben der Musik selbst, vor allem mit Träumen verbunden war.

Das galt auch für den Erfinder der Schallplatte, den US-amerikanischen Physiker Charles Sumner Tainter und deren Weiterentwickler Emil Berliner. Tainter tüftelte bereits 1880 an der ersten Platte, damals noch aus Wachs. Der deutsch-amerikanische Industrielle Berliner erhielt 1887 das Patent für die Schallplatte und entwickelte sie in den Folgejahren stetig weiter. (S)ein Traum wurde wahr und die Scheibe war geboren.

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Ein ganzer Industriezweig entwickelte sich ab dem 19. Jahrhundert vor allem in Europa aus dieser Erfindung. Der Erste und Zweite Weltkrieg allerdings bedeuteten massive Einschnitte in der Schallplattenproduktion. Erst nach 1945 wurde die Produktion wieder aufgenommen und der Traum von Musik auf Platte wurde wiederbelebt.

Ende der 1950er Jahre wurde die Schallplattenproduktion in der Bundesrepublik und anderen westeuropäischen Ländern auf Schellackplatten umgestellt. Parallel entwickelten allerdings einige britische und amerikanische Unternehmen bereits die ersten Schallplatten aus Vinyl.

Bis 1960 wurden immer weniger Schellackplatten produziert und das schwarze Gold, die Vinylplatte, begann ihren endgültigen Siegeszug um die Welt. Ab Mitte der 1980er Jahre kam die Compact Disc (CD) auf den Markt und verdrängte die Vinylplatte nach und nach, bis Anfang der 1990er gar der „Tod der Schallplatte“ verkündet wurde.

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Aber wie heißt es so schön „Todgeglaubte leben länger“ und in diesem Sinne ist die Vinyl bis heute bei Liebhabern, Sammlern und Musikgenießern wohl nie gänzlich verschwunden. Ganz im Gegenteil, in den letzten Jahren erlebt die Vinylplatte ein ungeahntes Revival. Ob im Bereich Mode, Wohnaccessoires oder Musikbusiness generell, die Scheibe ist absolut „in“.

Allerdings sehen sich Vinylplatten immer noch bedroht durch die CD und nun auch noch hauptsächlich mit dem vielfältigen Musikangebot im Internet konfrontiert. Doch solange die kreisrunden Schmuckstücke noch in heimischen Wohnzimmern, auf Trödelmärkten und in Plattenläden existieren und weiterleben, stirbt wohl auch ihr Sammler nicht aus. Der Traum lebt weiter und die Welt bleibt eine Scheibe.

Die Autorin Katharina Schmalz arbeitet im Online- Kunst-und Auktionshaus Auctionata. Alle Text- und Bildrechte vorbehalten.

Die Vinyl Vorgängerin – Die Schellackplatte

Im März 1959 gab EMI Records im Vereinigten Königreich bekannt, dass die Produktion der „78 rpm discs“, also die der Schellackplatten gestoppt werde.  Wer sich mit dem Thema schwarzes Gold beschäftigt, weiß, dass sie den Weg für die Vinyl-Platte geebnet hat.

In der Regel hatte die damalige Schallplatte einen Durchmesser von 10 oder 12 Zoll. Da passten dann zwischen 3 und vier Minuten Spielzeit drauf, weshalb das Musikhören damit anfangs ziemlich teuer und nur bestimmten Personen vorenthalten war.

Immerhin war es mit dem Kauf einer Schalleck noch nicht getan. Ein Grammophon war von Nöten und auch die Plattennadeln mussten oft nach einmaliger Verwendung ausgetauscht werden.

Hier ein kleiner und historischer Einblick in die Herstellung einer Schellackplatte:

Eine gewöhnliche Schellackplatte wurde mit einer Geschwindigkeit von 78 Umdrehungen die Minute abgespielt. Außerdem waren andere Tonabnehmer als für Vinyl notwendig, da die Rillen doch deutlich breiter waren.

Von der Optik machen so ein Grammophon oder die alten Platten schon einiges her. Deshalb hier eine kleine Sammlung an Bildern:

Source: outremagazine.co.uk via Christa on Pinterest

Source: seniyye.blogcu.com via Seniyye on Pinterest

Source: 26plus-zeichen.de via Nico on Pinterest

Source: Uploaded by user via Terry on Pinterest

Vinyl in der Modewelt


Polyvinylchlorid (PVC)…

…umgangssprachlich auch Vinyl genannt, ist vorallem dadurch bekannt, dass daraus Schallplatten hergestellt werden. Doch die Verwendung des Stoffes ist wahnsinnig vielfältig. Zum Beispiel werden daraus Fußbodenbeläge, Rohre oder Kabelisolierungen gemacht .

Und da der Stoff in Verbindung mit Weichmachern besonders formbar, aber trotzdem stabil bleibt, wird er auch in der Kunstszene verwendet.
„Urban Vinyl“ ist sogar eine eigene Szene, die sich daraus entwickelt hat.

Die Herstellung von Kleidung aus Vinyl

Aber wer denkt, dass das die einzigen Verwendungsmöglichkeiten von Vinyl sind, der irrt sich. Heutzutage werden auch Kleidungsstücke aus Vinyl hergestellt. Damit das PVC geschmeidig und dünn genug ist, um daraus Kleidung und Wäsche zu machen, werden aus dem Kunststoff ganz dünne Folien hergestellt, die dann zu PVC Kleidung verarbeitet werden.

Kleidung aus Vinyl ist natürlich anders als Kleidung aus herkömmlichen Textilien, wie Baumwolle oder Leinen. Wenn man auf das Tragen von Vinyl-Kleidung umsteigen möchte, dann sollte man z.B. beachten, dass sich die Haut erst daran gewöhnen muss und man deshalb den Stoff erst mehrere Tage tragen muss, bevor sich der Tragekomfort einstellt. Man schwitzt auch mehr unter Vinyl-Kleidung, deshalb ist eine besondere Pflege nötig.
Doch wenn man einmal Vinyl auf der Haut hatte, möchte man nichts anderes mehr tragen. Das behaupten zumindest überzeugte PVC-Träger.

Vinyl in der Modewelt

Ältere Menschen kennen PVC-Wäsche wahrscheinlich aus dem Krankenhaus, wo der Stoff schon länger verwendet wird, da er praktisch ist und hygienischer als normale Textilwäsche. Doch heute verwendet man Vinyl nicht nur aus praktischen Gründen, sondern macht aus Vinyl auch schon richtig schöne Modeartikel.







Vinyl – Fetisch

Aber es gibt noch eine andere Seite von PVC-Kleidung. Und die ist sehr sexy. Da das Material sehr eng anliegt und auf der nackten Haut getragen wird, fühlt es sich an wie eine zweite Haut. Die Körperform wird sehr betont und das wird durch Lichtreflexe auf dem glänzenden Material noch verstärkt. Auch der Geruch der Kleidung wird als sehr anregend beschrieben.

Vinyl fühlt sich also nicht nur gut an, sondern sieht auch noch ziemlich gut aus:









Vinyl kann einem somit nicht nur als Schallplattenhörer erotische Momente bescheren, sondern auch in Form von Kleidung und Wäsche.

PVC ist wirklich ein außergewöhnliches und besonderes Material, das nicht nur von Plattenliebhabern geschätzt wird.

Lebensgefühl Vinyl

Vinyl scheidet die Geister 

Für die Einen ist es Retro, Schnee von gestern oder veraltet, für die Anderen ist es echte Handarbeit, einfach Nostalgie, sowie Verkörperung eines Kults, eines Zeitgeists oder einer ganzen Kultur.

Vinyl – Generationen wuchsen damit auf, Hits wurden das erste Mal wirklich transportierbar, die Plattenspieler fanden ihr zu Hause in den Wohnzimmern und Musik wurde greifbar und zugänglicher für Jedermann.

Einige Plattencover galten als Kunstwerke und sorgten für modische Trends, andere sind heute, wie gestern schlichtweg Lachnummern..

Der stärkste überlebt

Digital oder Analog hieß die Frage schon in den 80ern, als die „Compact-Disc“ erstmals auf dem Markt erschien. Damals waren Fachpresse und Industrie begeistert die großen Scheiben ablösen zu können und Produktionskosten zu senken. Dennoch sind Turntables in jedem vernünftigen Club auch heute nicht wegzudenken.

Heute ist die CD von gestern und es gibt Plattenraritäten, die sich kaum einer leisten kann. Nur wenige CD´s erreichen diese Preise oder lassen die Augen von Sammlern, Deejays und Nostalgikern so sehr aufleuchten, wie die gute alte 12-Zoll-Scheibe.

Die Platte als Mittel zum Zweck

Sie galten als Währung, mussten vor den Eltern oder sogar den Cops versteckt werden. Es gibt Vinyl-Uhren oder Möbel aus Vinyl. Rund um das Thema Langspielplatte gibt es einiges zu erzählen, was uns in der Absolut Redaktion ganz deutlich bewusst geworden ist und auch Tim Thoelke kann in seiner Vinyl Revue Sendung ein Lied davon singen.

In unserer Rubrik Lebensgefühl Vinyl wollen wir den Zeitgeist beschreiben, herausfinden, was die Vinyler bewegt hat, was in der Geschichte der Platten für Trends kursierten, welche Platten Eure ersten waren. Wir freuen uns auf interessante Geschichten, Infos rund um das Material, Persönlichkeiten und wertvolle Tipps zum Thema schwarzes Gold. In unserer Rubrik Lebensgefühl Vinyl. Jede Woche wollen wir euch einen Artikel zum Thema liefern und freuen uns auf Eure Anregungen.

Absolut Vinyl – Im Rausch des schwarzen Goldes

vinyl rauschEs ist kaum zu glauben – ein Mann namens Paul Mawhinney hat einen neuen Rekord aufgestellt: Er ist der größte Plattensammler der Welt.

Rund 3 Millionen Platten brachten Musik in sein Leben. Die außergewöhnliche Geschichte eines außergewöhnlichen Vinyl-Junkies bewegt die Welt – und uns.

Wer ist Paul Mawhinney?

Diese Frage werden sich wohl einige stellen…

Ein unauffälliger Mann aus einem Vorort von Pittsburgh in Pennsylvania, beruflich sein Leben lang Vertreter, vom Schicksal getroffen: mehrere Schlaganfälle und Diabetes machten ihn fast blind. Nur mit einer großen Lupe kann er überhaupt noch Buchstaben entziffern. Und doch: hinter diesem Mann steckt eine große Geschichte…

Er lebt vom schwarzen Gold

Paul Mawhinney ist seitdem er denken kann ein großer Schallplattensammler. Schon früh begann er, Platten von seinen Reisen zu sammeln und diese sorgfältig zu pflegen.

Die Sammlung wächst und wächst, bis seine Frau Colette ihn irgendwann überredet, einen Plattenladen zu eröffnen.

Das Record-Rama verhalf ihm zu exponentiellem Wachstum. Paul sagt selbst: „Von allem, was ich verkaufte, behielt ich das letzte Stück für mich selbst“. Vor allem in Zeiten der CD schlug er richtig zu, da alle Plattenläden ihre Bestände auflösten.

Im Jahr 2008 musste Paul seinen Laden aufgrund fehlender Gewinne leider schließen.

Der Rekord des Vinyl-Stars

Es ist kein Geheimnis: Paul Mawhinney ist ein lebendes Plattenlexikon. Die Leidenschaft wurde zur Besessenheit – Paul lebt in einem „Vinyl-Rausch„: „Ja, es ist zur Krankheit geworden. Am Ende hatte ich fast drei Millionen Platten. Aber ich liebe jedes einzelne Exemplar und bereue keine Sekunde.“

Unter den etwa 3 Millionen Platten befinden sich unter anderem eine Million Alben, 1,5 Millionen Singles, 300.000 CD´s, ungezählte 7-Zoll-Platten, Zylinder- und Schellack-Tonträger sowie antike Abspielgeräte, Autogrammkarten, Poster und Pappaufsteller von Stars.

83 Prozent seiner Musik der Jahre 1944-1967 gibt es heute weder auf CD noch im Internet. Seine Sammlung ist also nicht nur die größte, sondern auch eine Bandbreite an Raritäten, verborgenen Schätzen und exklusiven Einzelstücken.

Sein Archiv ist ein Bunker in der Größe einer Turnhalle – gekoppelt an ein gut durchdachtes, nicht nachvollziehbares System, das Einbrecher fernhalten und verwirren soll.

 

Der Weg von schwarzem zu barem Gold

Mehrmals hat Paul Mawhinney versucht, seine Sammlung zu veräußern.

Nachdem er durch seine wiederholten Schlaganfälle sein Augenlicht fast verloren hat, wusste er, dass es nicht mehr lange funktioniert, seine Sammlung so sorgfältig zu pflegen wie bisher.

Leider zunächst ohne Erfolg: „…meine Platten interessierten die Leute einen Scheiß. Das hat ziemlich weh getan. Sie sind doch mein Leben.“

Mehrere Versuche scheiterten: CD Now bot ihm 28 Millionen Dollar, jedoch ging die Website pleite – aus dem Deal wurde nichts. Ein Privatmann bot 12 Millionen Dollar, doch er stellte sich als Betrüger heraus – ein Glück, dass Paul das Angebot nicht angenommen hat.

Er ist bescheiden – es geht ihm nicht um den Marktwert der Platten, sondern darum, was sie ihm bedeuten. Für einen lapidaren Preis von 3 Millionen Dollar hat er seine Vinyl-Sammlung nun abgetreten – an einen Menschen, der den Wert seines Lebensprojektes erkannt hat: „Ich darf nicht verraten, wer der Käufer ist, aber die Welt wird es bald erfahren. Es wird ein Museum mit meinem Vinylschätzen eröffnet, das sogar meinen Namen tragen wird.“

Heute besitzt Paul Mawhinney keine 50 Platten mehr, doch die wertvollsten Schätze hat er sich erhalten – darunter die erste flache Scheibe von 1881,  ein Weihnachtsalbum von Elvis und eine Promoplatte  der Rolling Stones.

Quelle: GQ-April 2012

Das schwarze Gold – Die teuersten Schallplatten der Welt

Schallplatten sind etwas Besonderes – ohne Zweifel!

Selbst wer mit CDs aufgewachsen ist, bekommt oft eines Tages die Gelegenheit, eine große, tiefschwarze Schallplatte in die Hand zu nehmen, sie sanft und vorsichtig auf den Plattenteller zu legen, sie in Rotation zu versetzen und schließlich die feine Nadel behutsam zwischen die Rillen gleiten zu lassen.

Das hört sich zwar wie der Auszug aus einem billigen Erotikroman an…

Source: media.libri.de via Sebastian on Pinterest

 

…aber man versteht, welche Leidenschaft tief in manchem Sammlerherz verwurzelt ist.

Somit ist es auch verständlich, dass man sich ein seltenes Exemplar auch gerne mal was kosten lässt.

 

„Over the Top“

Die wohl wertvollste Platte aller Zeiten kann man leider nur schätzen. Der Besitzer ist Sir Paul McCartney höchstpersönlich, der die Platte noch nie herausgegeben hat.

Bei dem Stück handelt es sich um eine einzigartige Aufnahme von Paul, John und George als „The Quarrymen“, noch vor Gründung der Beatles. Zu hören sind die beiden Songs „That’ll Be the Day“ und „In Spite of All the Danger“.

Aber wie gesagt, kann man hier nur schätzen. Das ist übrigens häufig der Fall, da viele Sammler und Auktionen anonym sein wollen oder sollen. 

 

Traurig aber wahr…

Nie wurde für eine Schallplatte offiziell mehr bezahlt als für die „Double-Fantasy“-LP von Mark Chapman.

Source: media.cnbc.com via Sebastian on Pinterest

 

Das war der Mann, der John Lennon ermordete. Nur wenige Stunden zuvor hatte er sich seine Platte von Lennon signieren lassen und somit das vorletzte Autogramm einer Legende abgestaubt.

Da sich außerdem noch die Fingerabdrücke von Chapman auf dem Stück befinden und dieses sogar als Beweisstück im Mordprozess diente, kann man es auch durchaus als historisches Stück bezeichnen.

1999 wurde die „Double-Fantasy“-LP für spektakuläre 150.000 $ an einen anonymen Bieter verkauft.

 

Leider zu eklig!

Ein weiteres Beispiel mit einer interessanten Hintergrundgeschichte ist das Beatles-Album „Yesterday and Today“.
Zu diesem Album gab es ein sogenanntes „Butcher-Cover“ mit dem die Platte allerdings nie in den Verkauf ging.

Source: google.com via Diane on Pinterest

Diese Version wurde lediglich an Radiosender verschickt und anschließend für den Verkauf überklebt oder mit einem neuen Cover gedruckt, da das ursprüngliche als zu anstößig galt. Hier muss man zwischen Mono- und Stereoversionen unterscheiden.

Für eine Mono-Pressung mit „Butcher-Cover“ zahlt man heutzutage rund 10.000 $, für Stereo bis zu 40.000 $. Da viele Sammler allerdings die Überklebten Versionen „entklebt“ haben, sind unmanipulierte Versionen teilweise bereits mehr wert als die abgezogenen.

 

Mehr Glück aber auch Verstand!

Der Plattensammler Waren Hill kaufte auf einem Flohmarkt eine Platte mit der Aufschrift „Velvet Underground. 4-25-66’“ für schlappe 75 Cent. Wie sich später herausstellte handelte es sich dabei um die als verloren geglaubte erste Aufnahme der Band „Velvet Underground“

Source: karaoke-lyrics.net via Heather on Pinterest

Die Platte besteht aus Acetat statt aus Vinyl. Acetat ist viel empfindlicher als Vinyl und kann daher kann man es nur einige Male abspielen. Bei der ersten Auktion kamen trotzdem gigantische 155.000 $ für die Platte zusammen.

Doch noch bevor Hill die Kohle einstecken konnte, gestand der Bieter, dass er nicht in der Lage wäre, das Geld zu zahlen. Bei der zweiten Auktion kamen „nur noch“ knapp über 25.000 $ zusammen. Aber der Gute hat damit trotzdem einen ganz ordentlichen Gewinn erzielt.

 

Der kleine „Hirnschmalz“ zum Schluss

Es gibt noch zahllose Beispiele für sündhaft teure Platten und hinter vielen Exemplaren steckt eine tolle, traurige, grausame oder spektakuläre Geschichte. Und genau das macht die Schallplatte aus: Der Hintergrund und die Emotion, die wir mit einem Stück Vinyl entwickeln oder damit verbinden.

Source: Uploaded by user via Milena on Pinterest

Allen Plattenfreaks da draußen wünsche ich noch viele erotische oder zumindest leidenschaftliche Momente mit ihren schwarzen Schätzen 🙂

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