So unterschiedlich feiert Deutschland den Nikolaustag

Auch dieses Jahr warten wieder viele Kinder und auch so mancher Erwachsener darauf, dass der heilige Nikolaus ihnen eine Kleinigkeit hinterlässt. In Kindergärten und Schulen schaut er gerne mal persönlich vorbei und schlägt in seinem goldenen Buch nach ob alle Kinder auch artig waren.

Mancherorts taucht aber noch ein weiterer Geselle mit dem Nikolaus auf, der Krampus. In ein paar Städten sind es sogar mehrere Krampusse. An anderer Stelle wird er von Engeln begleitet und es gibt ganze Umzüge ihm zu Ehren. Einige der interessantesten Traditionen, die es rund um den 6. Dezember in ganz Deutschland gibt, haben wir hier für Sie zusammengetragen.

 

Das Sunnerklauslaufen

Kind mit Tüte

Abgestaubt von Mario Spann auf flickr.com (CC BY-SA 2.0)

In Bremen laufen nicht nur am Halloween Abend verkleidete Kinder von Tür zu Tür, sondern auch am 6. Dezember. Das sogenannte Sunnerklauslaufen oder mittlerweile nur noch Nikolauslaufen, ist hier seit dem Mittelalter eine verbreitete Tradition. Ursprünglich von Klosterschülern zum Spendensammeln durchgeführt ist es mittlerweile immer mehr zu einem Spaß geworden.

Geblieben ist das Aufsagen von Gedichten der Kinder und dass Sie dafür eine kleine Belohnung bekommen. Das Verkleiden ist mittlerweile eher unüblich und die meisten Kinder ziehen nicht mehr von Haus zu Haus. Sondern sie holen sich ihre Belohnung in den örtlichen Einkaufszentren, die spezielle Veranstaltungen zum Thema ausrichten.

 

Der Buttnmandellauf

Im Berchtesgadener Land gibt es ebenfalls eine Tradition der besonderen Art zum Nikolaustag, den Buttnmandellauf. Hier wird der Nikolaus bei einer Art kleinem Umzug von sogenannten Buttnmandlen, Personen, die in Stroh eingekleidet werden, eine Kuhglocke um den Hals tragen und mit Hörnern und langen Zähnen geschmückt werden, begleitet.

Ebenfalls mit von der Partie sind die sogenannten Gankerl, die zum einem die Buttnmandeln zusammenhalten und zum anderen die umstehenden Kindern und Jugendlichen reizen sollen. Sie haben, ähnlich wie der traditionelle Krampus oder in Norddeutschland Knecht Ruprecht, eine Kleidung bestehend aus leichtem Fell und sind mit kleinen Glocken geschmückt.

 

Der Klaasohm-Brauch

Die Nordseeinsel Borkum hat ein Geheimnis. Den Klaasohm-Brauch zur Nikolaus Zeit. Jedes Jahr werden hier bei einem streng geheimen Treffen 6 Männer der Insel ausgesucht, die sich als Klaasohme verkleiden dürfen. Sie tragen dazu riesige Masken und bekommen ein Kuhhorn in die Hand.

Beim nun folgenden Ritual jagen sie durch die Straßen der Insel und dringen in die Häuser ein. Dort wird ein ritualisierter Tanz mit den Einwohnern vollführt. Sollten die Klaasohms jedoch eine einheimische, junge Frau finden benutzen sie ihre Hörner dazu ihr auf Hinterteil zu schlagen und geben ihr anschließend ein Honigkuchengebäck.

Die sehr patriarchische Veranstaltung hat ihren Ursprung in der Zeit als auf der Insel noch rege Walfang betrieben wurde. Die Männer waren damals lange Zeiten auf hoher See unterwegs und meinten danach die Insel wieder von den Frauen zurückerobern zu müssen, weswegen sie dieses Ritual ins Leben riefen. Es wurde als gleichwertiger Ersatz für das Nikolausfest etabliert.

Heutzutage wird das Ganze zwar immer noch durchgeführt, aber von den meisten Einheimischen nur noch als Spaß verstanden. Genauere Informationen und ein kleines Interview mit Teilnehmern gibt es HIER.

Rekord Weihnachtsmärkte

Es ist wieder soweit, die Zeit der Weihnachtsmärkte ist angebrochen. Aber wo gibt es eigentlich den größten Christbaum und welcher Markt ist so warm, dass man mit dem T-shirt hingehen kann? Wir haben 6 Rekordverdächtige Weihnachtsmärkte für Sie:

 

Der größte Weihnachtsmarkt

Der Rekordhalter für den größten Weihnachtsmarkt kommt aus Deutschland. Stuttgart verzeichnet jedes Jahr rund 4 Millionen Besucher, die es sich bei Glühwein und Bratwurstsemmel gut gehen lassen. Insgesamt findet man hier auf einer Fläche von über 4200 m² weihnachtliche Stände.

Startschuss für den Weihnachtsmarkt ist der 23. November und er hat genau bis zum 23. Dezember geöffnet. Während der Zeit findet man hier alles was das Herz begehrt: Von Winterkleidung bis hin zu Lebkuchen, für alles gibt es einen Stand. Auch ein kleiner Antikmarkt hat hier einen Platz gefunden.

An drei verschiedenen Plätzen werden zudem Konzerte von verschiedenen Gruppen aus dem örtlichen Raum gegeben. Und damit dem Nachwuchs nicht langweilig wird, gibt es ein eigenes Kindermärchenland, mit einer lebenden Krippe und einer kleinen Lokomotive.

Einen Eindruck, wie es in Stuttgart aussieht können Sie hier gewinnen:

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Der kleinste Weihnachtsmarkt

Zugegebenermaßen, es gibt viele kleine Weihnachtsmärkte, die nur aus einer einzigen Bude bestehen in der alles verkauft wird, in ganz Deutschland. Einer soll aber besonders hervorgehoben werden, weil er besonders viel Charme mit sich bringt: Der (vielleicht) kleinste Weihnachtsmarkt Bayerns in Deuerling.

Der Ort selbst ist mit seinen circa 2000 Einwohnern sehr beschaulich und lädt mit seinem natürlichen bayerischen Charme die Besucher zum Verweilen ein. Mit mindestens genauso viel Charme ist der örtliche Weihnachtsmarkt umgesetzt. Eine Bude mit Glühwein, Knackersemmeln vom Dorfmetzger und Minikonzerten örtlicher Musikergruppen.

Hinzu kommt noch, dass der ganze Erlös wohltätigen Zwecken zugute kommt. Leider ist der Stand nur an einem Wochenende aufgebaut. Und zwar vom 09.12.2016 bis 11.12.2016.

 

Der älteste Weihnachtsmarkt

720. Jubiläum feiert der Weihnachtsmarkt in Wien dieses Jahr und gilt damit als der älteste offizielle Markt seiner Art. Mit circa 3 Millionen Besuchern ist er auch einer der größten Märkte. Das liegt vor allem am sehr abwechslungsreichen Programm.

Neben dem klassischen Glühwein- und Bratwurstsemmel-Ständen gibt es hier zum Beispiel auch eine Eisfläche auf der Schlittschuh gelaufen werden kann. Auch interessant ist die Umsetzung einer App zum Markt. Mit Hilfe dieser App findet man selbst als Tourist die interessantesten Stationen. Auch der Christbaum vor dem alten Wiener Rathaus sieht am Abend sehr imposant aus und lädt zum bleiben ein.

 

Der wärmste Weihnachtsmarkt

Auf den Weihnachtsmarkt mit T-Shirt? Auf dem wohl wärmsten Markt der Welt kein Problem. Mitten in San Diego Kalifornien hat sich ein sehr großer Weihnachtsmarkt etabliert, der tatsächlich nur 3 Tage lang stattfindet.

Beliebt ist er vor allem bei amerikanischen Besuchern, denn hier gibt es hier wesentlich mehr als nur ein bisschen Weihnachtsflair. Essen aus allen vorstellbaren Ländern der Welt, kleine Museen im Markt integriert, aber auch Kunstware und Musik finden sich zwischen den Buden.

Allen Fans von international angehauchten Veranstaltungen zu empfehlen, vor allem weil der Markt als einer der freundlichsten weltweit gilt. Ein kleines Video mit Impressionen vom Weihnachtsmarkt gibt es auch:

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Der kälteste Weihnachtsmarkt

Bis zu -40° Celsius hat es im sibirischen Örtchen Novosibirsk zur kalten Jahreszeit. Bei solchen Temperaturen freut man sich umso mehr auf den wärmenden Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Jedes Jahr findet im russisch-deutschen Haus des Ortes ein traditioneller Markt statt.

Dort gibt es neben klassischen Weihnachtsangeboten auch Sprachkurse und das Museum der deutschen Kultur in Sibirien zu bestaunen. Der Eintritt ist kostenlos und alle Erlöse werden gemeinnützig gespendet.

Die Veranstaltung findet aber nur einen Tag statt: am 1. Dezember von 14:00 bis 18:00.

 

Der größte Weihnachtsmarkt Christbaum

45 Meter hoch und mit 48000 Lichtern geschmückt ist er der größte Christbaum, der auf einem Weihnachtsmarkt steht. Finden kann man ihn in Dortmund auf dem traditionellen Weihnachtsmarkt. Der Clou: der Baum wird aus mehreren kleineren Bäumen zusammengebaut und schafft es so auf seine unglaubliche Höhe.

Ebenfalls ist der größte Adventskalender hier zuhause. Man kann hier also von einem Weihnachtsmarkt der Superlative sprechen, der dennoch zum Bleiben und Entspannen einlädt. Den Markt selber gibt es „erst“ seit 118 Jahren, seit der Gründung aber mit wachsenden Besucherzahl. Bis zum 30.12. kann man hier das Lichtspektakel genießen.