Alles außer Fettnapf – Tischsitten in anderen Ländern

Andere Länder andere Sitten. Dies gilt auch für Tischsitten. Sie sind mit einigermaßen guten Tischmanieren aufgewachsen? Prüfen Sie das lieber nochmal – nicht, dass Sie im Urlaub aus dem Fettnapf naschen müssen.

14578750267_2b3435e51f_zsushi macro von Ulbrecht Hopper auf flickr.com (CC BY 2.0)

Halten Sie Ihre Fusssohlen bedeckt

 

Wenn Sie in der Türkei zum Essen bei Freunden eingeladen sind gilt es einige Regeln zu beachten, um den Gastgeber nicht zu verärgern. Stühle suchen Sie dabei oft vergeblich, denn in der Türkei ist es durchaus üblich es sich auf einem Sitzkissen direkt auf dem Boden gemütlich zu machen. Achten Sie hierbei auf die richtige Sitzart: empfohlen wird der Schneidersitz, denn es gilt als unhöflich den anderen Gästen die Fusssohlen zu zeigen.
Wenn Sie satt sind essen Sie nicht einfach den Teller leer, das wäre für den Gastgeber das Zeichen die nächste Portion aufzutischen. Legen Sie stattdessen lieber das Besteck auf den Teller.

In Indien bitte nur mit rechts

In den Indien erübrigt sich diese Geste, denn nach Besteck liegt hier in den seltensten Fällen auf dem Tisch. Hier wird ausschließlich mit den Fingern, bzw. mit Brot gegessen. Zugegeben – es braucht seine Zeit und vielleicht üben Sie vor der Indienreise das „Schaufeln“ mit Fladenbrot zu Hause, bevor dann alles daneben geht. Profis raten dazu nur Daumen, Zeige- und Mittelfinger zu benutzen. Essen Sie bitte NUR mit der rechten Hand – denn in Indien (wie in einigen anderen asiatischen Ländern) wird die linke Hand für die Toilette benötigt.

Haute Cuisine – auch bei den Tischregeln

Die französische Küche ist für ihre Exklusivität bekannt. Da dürfen die Tischregeln auch nicht gerade banal ausfallen. Für einen kleinen Snack wird das Baguette NIE geschnitten – es darf lediglich gebrochen werden. Von der Käseplatte wird seitlich ein kleines Stück Käse abgeschnitten und probiert. Und bitte immer mit Besteck – ohne zu schmatzen, zu schlürfen oder gar aufzustoßen.

BaguetteBaguette von iRubén auf flickr.com ( CC BY 2.0)

 

Russen mögen’s üppig – nicht nur im Glas

Wenn Sie bei einem Russen zum Essen eingeladen werden sind empfiehlt es sich mindestens 3 Tage davor nichts zu essen. Sie werden an diesem einen Abend genügend Kalorien zu sich nehmen. Der russische Gastgeber fordert seine Gäste ständig zum Essen auf, legt ordentlich nach und schenkt auch jede Menge Wodka ein. Schlagen Sie eine solche Einladung zum Trinken nicht aus. Gut, dass Sie sich zuvor mit Vorspeise, Suppe, Hauptgang und Nachspeise den Bauch gefüllt haben. Dann vertragen Sie den Schnaps auch besser.

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Endgegner: Japan

Soviel schon einmal vorab: als Tischgast in Japan können Sie unmöglich alles richtig machen. Japan besitzt nämlich das wahrscheinlich komplizierteste Regelsystem wenn es um Tischmanieren geht. Es wird von niedrigen Tischen am Boden gegessen. Suppen werden in Japan geschlürft, direkt aus dem Schälchen und ohne Löffel. Je lauter Sie dabei schlürfen, desto mehr freut es den Küchenchef. Damit zeigen Sie ihm, dass die Suppe lecker ist. Die restlichen Speisen werden mit Stäbchen eingenommen. Das allein ist ja für so manchen eine Kunst für sich.
Der Reis ist den Japaner übrigens heilig – spielen Sie nicht damit. Am Ende wird jedem Gast zwei Schälchen mit purem Reis und Sojasoße gereicht – diese bitte ohne Rückstand verputzen, im Schälchen darf nichts übrig bleiben.