ICH habe die Katz gerubbelt

Es beschäftigt mich
Unser Kinothema der Woche beschäftigt mich. Ja es beschäftigt mich noch viel mehr als es beispielsweise der Film Anonymous  (hier nicht das impotente Facebook-Zerstörer-Kollektiv), der gestiefelte Kater (Katzen im Titel scheinen im Trend zu liegen) oder In-Time (den ich immer noch nicht angeschaut habe, wer Lust hat, es zu tun, bitte kurze Email an Martin.Glashauser@AbsolutRadio.de). 

Fast mein geistiges Eigentum
Denn Rubbeldiekatz gehört seit einem denkwürdigen Ereignis so sehr zu mir, dass ich es schon fast zu meinem eigenen geistigen Eigentum gemacht habe. Also in etwa so, wie sich „Avatar“ fast unbemerkt die Geschichte von „der mit dem Wolf tanzt“ zu eigen gemacht hat, Mark Zuckerberg sich fast als Mastermind hinter Facebook bezeichnen darf oder der FC Schalke sich 2001 fast als Deutscher Meister bezeichnen durfte. Aber nur fast, so wie ich… 

Schnurrhaarverlust
Jedenfalls wurde ich als Kind schon mit der Möglichkeit Katzen zu frottieren, konfrontiert. Ja, unsere Katze musste vielleicht viel mitmachen. So verlor sie ihre Schnurrhaare durch mich (ich hatte gelernt, dass man Haare schmerzlos schneiden kann), wurde von meiner Steinschleuder wild umhergejagt (die wiederum ICH dadurch verloren habe) und ich versuchte, sie zum Pferd umzufunktionieren (ich war ein kleines, aber aufgewecktes Kind). Rubbeldiekatz aber lernte ich anders kennen. Vielleicht etwas weniger spektakulär – vor dem Fernseher.

Simpsons-Niveau
Schon früh hatte ich gelernt, dass das Fernsehen, außer den Simpsons und der Tagesschau (letztere wurde mir zusammen mit der Lindenstraße von meinen Eltern aufgedrängt) recht wenig Niveauvolles zu bieten hatte. Das spätere „Realitätsfernsehen“ sollte mich darin auf furchtbarste Weise bestätigen. Und niemals werde ich das Bild von dem Pärchen mit den Spaghetti Bolognese aus dem Kopf bekommen… Aber zurück zum Thema:

Das Ereignis
So saß ich nun auf dem Sofa, wohl mit einem viel zu großem T-Shirt von Guns ‚N‘ Roses bekleidet, mit einem wohl nutella-verschmierten Mund und hab mir die Simpsons auf unserem guten alten schwarz-weiß Röhrenfernseher in unserer Nomaden-Hütte angesehen. Gut, vielleicht übertreibe ich jetzt ein bisschen, aber in dieser emotionalen Stunde soll es mir verziehen sein.

Wahr ist jedenfalls, dass die Folge lief, in der Lisa ihre eigene sprechende Malibu-Stacy-Puppe entwerfen durfte und sich somit im Tonstudio beim Einsprechen wiederfand. Die stets nervige Lisa ging aber erneut viel zu idealistisch an die Sache heran und benötigte so viele Takes, dass sich Krusty der Clown dazwischendrängte.

In atemberaubendem Tempo drosch er seine 5 Standardsätze herunter und erklärte: „So geht das richtig Kleines, rubbeldiekatz bin ich fertig!“ Noch bevor das richtige Band eingelegt war. Wer diese Szene noch irgendwo im Netz findet, bitte ebenfalls per Mail an Martin.Glashauser@AbsolutRadio.de senden 🙂

Die Erleuchtung
Ich war nicht nur enorm belustigt, fasziniert oder euphorisch. Nein: ich war inspiriert und zugleich verzaubert. Rubbeldiekatz. Simpel, schlicht, schnell auszusprechen und immer wieder fantastisch, ließ ich es so schnell in meinen Wortschatz einfließen, dass mich bald jeder damit assoziierte. Egal, ob als Verabschiedung in einer SMS, als Lieblingszitat in meiner Abizeitung oder als Motivation für meine Band, bei dem entscheidenden Wettbewerb richtig Gas zu geben. Rubbeldiekatz hat mich begleitet und wird mir nun quasi wieder genommen. Denn jetzt kennt man es. 

Ein gutes Ende
So traurig soll diese Geschichte aber nicht enden, nein! Ich bin mir sicher, dass unsere reizüberflutete Gesellschaft den Titel des Detlef Buck Filmes schon wenige Momente nach der ersten Ausstrahlung im Free-TV schon wieder vergessen haben wird. Außerdem freu ich mich, dass Til Schweiger dabei für keine Rolle berücksichtigt wurde. Auch nicht als Frau verkleidet. Gut so.

Rubbel die Katz, 
Euer Martin