Vinyl-Sounds von der Rennstrecke

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Vinyls treffen auf Spielzeug

Ein überdimensionaler Plattenspieler in Form einer Rennbahn, dessen Sound mittels einem Spielzeug-Rennauto wiedergegeben wird? Klingt schon ziemlich komisch, aber es gibt ja kaum etwas, das es nicht gibt.

Zwischenzeitlich war die Installation von Lucas Abela im Rahmen der Ausstellung In That Weird Age, bei der  Transmediale in Berlin zu sehen. 

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Zuvor konnte man das Kunstwerk übrigens  unter anderem im Juni 2012 beim Lüften-Festival in Frankfurt bestaunen. Zugegeben, der Sound ist zwar eher unmelodisch und auch wenig tanzbar, aber die Idee ist so freaky, dass sie definitiv erwähnt werden sollte, wenn man sich mit dem Thema Vinyl beschäftigt.

In der Sparte moderne Kunst kann bekanntlich ein sehr breites Spektrum an Erfindungen, Installationen etc. eingeordnet werden. In unserer Rubrik Lebensgefühl Vinyl haben wir schon einiges darüber berichtet, wie jeder selbst Kunstwerke aus dem schwarzen Gold schaffen kann, oder was es mit Urban Vinyl , der bunten Kunst aus schwarzem Gold auf sich hat. Das Projekt Vinyl Rally ist ein erneutes Bespiel dafür, wozu Schallplatten verwendet werden können, auch wenn es echten Sammlern oder Liebhabern wohl schon beim Anblick die Haare aufstellt. Tausende Vinyls, zusammengebaut zu einer Rennstrecke für RC Cars, das sieht schon sehr abgefahren aber auch beeindruckend aus. Das alleine reichte dem australischen Künstler Lucas Abela aber nicht. Sein Kunstwerk vervollständigt sich durch das ferngesteuerte Mini-Auto, das über die Platten düst. Ausgerüstet ist es mit einer kleinen Kamera und einem Tonabnehmer, der dafür sorgt, dass der Sound erzeugt wird.  Je nachdem, mit welcher Geschwindigkeit der Fahrer über den Platten-Parkour heizt, verändert sich der Sound. Von schrecklich, über unerträglich bis hin zu Kopfschmerz-verursachend. 

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60 Jahre Schallplatte

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Am 31. August 1951 hat die Deutsche Grammophon die ersten Schallplatten mit 33 1/3 Umdrehungen produziert und damit eine neue Ära des Musikkonsums eingeläutet.

Auch 60 Jahre nach der Einführung genießt noch heute jeder Musikliebhaber das Knistern und Knacksen von Vinyl.
Als in den 70ern Technics den Kultplattenspieler 1210/1200 erfand, war der Siegeszug der Schallplatte unaufhaltsam. Ungebrochen bis heute, denn auch der moderne Club-DJ benutzt als Schnittstelle zu seinem Laptop Vinyl-Rohlinge, die auf dem Plattenspieler roulieren.
In der Absolut Radio Redaktion wird gebührend der 60ste Geburtstag der Schallplatte mit Erinnerungen an musikalische Jugendsünden gefeiert; jeder hat seine erste Scheibe mit in die Redaktionskonferenz gebracht und in längst vergangenen Erinnerungen gewühlt:
Alex Biersack bekennt sich so als Vater Abraham und Schlumpffan. Die erste selbstgekaufte LP war das Public Enemy Debüt „Yo! Bum Rush The Show“
Benni Kostal freut sich noch heute über das Musikgeschenk seiner Schwester. Eine Promo-Platte mit einem Schokoladenriegel-Song, als das „Twix“ noch „Radier“ hieß, hat es ihn damals angetan.
Christian Lang ortet sich als Bravo-Hits – Hörer, der sich damals extrem mit den Trendcharts der 90er auseinandergesetzt hat. Noch heute hält er die sechste Ausgabe dieser Hit-Compilation in Ehren.
Eva Schlössel faszinierte sich in jungen Jahren für den großen irischen Familienchor – The Kelly Family. Noch heute singt sie in der Redaktion „An Angel“ und träumt von längst vergangener Zeit.

Die Vinyl Vorgängerin – Die Schellackplatte

Im März 1959 gab EMI Records im Vereinigten Königreich bekannt, dass die Produktion der „78 rpm discs“, also die der Schellackplatten gestoppt werde.  Wer sich mit dem Thema schwarzes Gold beschäftigt, weiß, dass sie den Weg für die Vinyl-Platte geebnet hat.

In der Regel hatte die damalige Schallplatte einen Durchmesser von 10 oder 12 Zoll. Da passten dann zwischen 3 und vier Minuten Spielzeit drauf, weshalb das Musikhören damit anfangs ziemlich teuer und nur bestimmten Personen vorenthalten war.

Immerhin war es mit dem Kauf einer Schalleck noch nicht getan. Ein Grammophon war von Nöten und auch die Plattennadeln mussten oft nach einmaliger Verwendung ausgetauscht werden.

Hier ein kleiner und historischer Einblick in die Herstellung einer Schellackplatte:

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Eine gewöhnliche Schellackplatte wurde mit einer Geschwindigkeit von 78 Umdrehungen die Minute abgespielt. Außerdem waren andere Tonabnehmer als für Vinyl notwendig, da die Rillen doch deutlich breiter waren.

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Von der Optik machen so ein Grammophon oder die alten Platten schon einiges her. Deshalb hier eine kleine Sammlung an Bildern:

Source: outremagazine.co.uk via Christa on Pinterest

Source: seniyye.blogcu.com via Seniyye on Pinterest

Source: 26plus-zeichen.de via Nico on Pinterest

Source: Uploaded by user via Terry on Pinterest

Absolut Vinyl – Im Rausch des schwarzen Goldes

vinyl rauschEs ist kaum zu glauben – ein Mann namens Paul Mawhinney hat einen neuen Rekord aufgestellt: Er ist der größte Plattensammler der Welt.

Rund 3 Millionen Platten brachten Musik in sein Leben. Die außergewöhnliche Geschichte eines außergewöhnlichen Vinyl-Junkies bewegt die Welt – und uns.

Wer ist Paul Mawhinney?

Diese Frage werden sich wohl einige stellen…

Ein unauffälliger Mann aus einem Vorort von Pittsburgh in Pennsylvania, beruflich sein Leben lang Vertreter, vom Schicksal getroffen: mehrere Schlaganfälle und Diabetes machten ihn fast blind. Nur mit einer großen Lupe kann er überhaupt noch Buchstaben entziffern. Und doch: hinter diesem Mann steckt eine große Geschichte…

Er lebt vom schwarzen Gold

Paul Mawhinney ist seitdem er denken kann ein großer Schallplattensammler. Schon früh begann er, Platten von seinen Reisen zu sammeln und diese sorgfältig zu pflegen.

Die Sammlung wächst und wächst, bis seine Frau Colette ihn irgendwann überredet, einen Plattenladen zu eröffnen.

Das Record-Rama verhalf ihm zu exponentiellem Wachstum. Paul sagt selbst: „Von allem, was ich verkaufte, behielt ich das letzte Stück für mich selbst“. Vor allem in Zeiten der CD schlug er richtig zu, da alle Plattenläden ihre Bestände auflösten.

Im Jahr 2008 musste Paul seinen Laden aufgrund fehlender Gewinne leider schließen.

Der Rekord des Vinyl-Stars

Es ist kein Geheimnis: Paul Mawhinney ist ein lebendes Plattenlexikon. Die Leidenschaft wurde zur Besessenheit – Paul lebt in einem „Vinyl-Rausch„: „Ja, es ist zur Krankheit geworden. Am Ende hatte ich fast drei Millionen Platten. Aber ich liebe jedes einzelne Exemplar und bereue keine Sekunde.“

Unter den etwa 3 Millionen Platten befinden sich unter anderem eine Million Alben, 1,5 Millionen Singles, 300.000 CD´s, ungezählte 7-Zoll-Platten, Zylinder- und Schellack-Tonträger sowie antike Abspielgeräte, Autogrammkarten, Poster und Pappaufsteller von Stars.

83 Prozent seiner Musik der Jahre 1944-1967 gibt es heute weder auf CD noch im Internet. Seine Sammlung ist also nicht nur die größte, sondern auch eine Bandbreite an Raritäten, verborgenen Schätzen und exklusiven Einzelstücken.

Sein Archiv ist ein Bunker in der Größe einer Turnhalle – gekoppelt an ein gut durchdachtes, nicht nachvollziehbares System, das Einbrecher fernhalten und verwirren soll.

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Der Weg von schwarzem zu barem Gold

Mehrmals hat Paul Mawhinney versucht, seine Sammlung zu veräußern.

Nachdem er durch seine wiederholten Schlaganfälle sein Augenlicht fast verloren hat, wusste er, dass es nicht mehr lange funktioniert, seine Sammlung so sorgfältig zu pflegen wie bisher.

Leider zunächst ohne Erfolg: „…meine Platten interessierten die Leute einen Scheiß. Das hat ziemlich weh getan. Sie sind doch mein Leben.“

Mehrere Versuche scheiterten: CD Now bot ihm 28 Millionen Dollar, jedoch ging die Website pleite – aus dem Deal wurde nichts. Ein Privatmann bot 12 Millionen Dollar, doch er stellte sich als Betrüger heraus – ein Glück, dass Paul das Angebot nicht angenommen hat.

Er ist bescheiden – es geht ihm nicht um den Marktwert der Platten, sondern darum, was sie ihm bedeuten. Für einen lapidaren Preis von 3 Millionen Dollar hat er seine Vinyl-Sammlung nun abgetreten – an einen Menschen, der den Wert seines Lebensprojektes erkannt hat: „Ich darf nicht verraten, wer der Käufer ist, aber die Welt wird es bald erfahren. Es wird ein Museum mit meinem Vinylschätzen eröffnet, das sogar meinen Namen tragen wird.“

Heute besitzt Paul Mawhinney keine 50 Platten mehr, doch die wertvollsten Schätze hat er sich erhalten – darunter die erste flache Scheibe von 1881,  ein Weihnachtsalbum von Elvis und eine Promoplatte  der Rolling Stones.

Quelle: GQ-April 2012

Das schwarze Gold – Die teuersten Schallplatten der Welt

Schallplatten sind etwas Besonderes – ohne Zweifel!

Selbst wer mit CDs aufgewachsen ist, bekommt oft eines Tages die Gelegenheit, eine große, tiefschwarze Schallplatte in die Hand zu nehmen, sie sanft und vorsichtig auf den Plattenteller zu legen, sie in Rotation zu versetzen und schließlich die feine Nadel behutsam zwischen die Rillen gleiten zu lassen.

Das hört sich zwar wie der Auszug aus einem billigen Erotikroman an…

Source: media.libri.de via Sebastian on Pinterest

 

…aber man versteht, welche Leidenschaft tief in manchem Sammlerherz verwurzelt ist.

Somit ist es auch verständlich, dass man sich ein seltenes Exemplar auch gerne mal was kosten lässt.

 

„Over the Top“

Die wohl wertvollste Platte aller Zeiten kann man leider nur schätzen. Der Besitzer ist Sir Paul McCartney höchstpersönlich, der die Platte noch nie herausgegeben hat.

Bei dem Stück handelt es sich um eine einzigartige Aufnahme von Paul, John und George als „The Quarrymen“, noch vor Gründung der Beatles. Zu hören sind die beiden Songs „That’ll Be the Day“ und „In Spite of All the Danger“.

Aber wie gesagt, kann man hier nur schätzen. Das ist übrigens häufig der Fall, da viele Sammler und Auktionen anonym sein wollen oder sollen. 

 

Traurig aber wahr…

Nie wurde für eine Schallplatte offiziell mehr bezahlt als für die „Double-Fantasy“-LP von Mark Chapman.

Source: media.cnbc.com via Sebastian on Pinterest

 

Das war der Mann, der John Lennon ermordete. Nur wenige Stunden zuvor hatte er sich seine Platte von Lennon signieren lassen und somit das vorletzte Autogramm einer Legende abgestaubt.

Da sich außerdem noch die Fingerabdrücke von Chapman auf dem Stück befinden und dieses sogar als Beweisstück im Mordprozess diente, kann man es auch durchaus als historisches Stück bezeichnen.

1999 wurde die „Double-Fantasy“-LP für spektakuläre 150.000 $ an einen anonymen Bieter verkauft.

 

Leider zu eklig!

Ein weiteres Beispiel mit einer interessanten Hintergrundgeschichte ist das Beatles-Album „Yesterday and Today“.
Zu diesem Album gab es ein sogenanntes „Butcher-Cover“ mit dem die Platte allerdings nie in den Verkauf ging.

Source: google.com via Diane on Pinterest

Diese Version wurde lediglich an Radiosender verschickt und anschließend für den Verkauf überklebt oder mit einem neuen Cover gedruckt, da das ursprüngliche als zu anstößig galt. Hier muss man zwischen Mono- und Stereoversionen unterscheiden.

Für eine Mono-Pressung mit „Butcher-Cover“ zahlt man heutzutage rund 10.000 $, für Stereo bis zu 40.000 $. Da viele Sammler allerdings die Überklebten Versionen „entklebt“ haben, sind unmanipulierte Versionen teilweise bereits mehr wert als die abgezogenen.

 

Mehr Glück aber auch Verstand!

Der Plattensammler Waren Hill kaufte auf einem Flohmarkt eine Platte mit der Aufschrift „Velvet Underground. 4-25-66’“ für schlappe 75 Cent. Wie sich später herausstellte handelte es sich dabei um die als verloren geglaubte erste Aufnahme der Band „Velvet Underground“

Source: karaoke-lyrics.net via Heather on Pinterest

Die Platte besteht aus Acetat statt aus Vinyl. Acetat ist viel empfindlicher als Vinyl und kann daher kann man es nur einige Male abspielen. Bei der ersten Auktion kamen trotzdem gigantische 155.000 $ für die Platte zusammen.

Doch noch bevor Hill die Kohle einstecken konnte, gestand der Bieter, dass er nicht in der Lage wäre, das Geld zu zahlen. Bei der zweiten Auktion kamen „nur noch“ knapp über 25.000 $ zusammen. Aber der Gute hat damit trotzdem einen ganz ordentlichen Gewinn erzielt.

 

Der kleine „Hirnschmalz“ zum Schluss

Es gibt noch zahllose Beispiele für sündhaft teure Platten und hinter vielen Exemplaren steckt eine tolle, traurige, grausame oder spektakuläre Geschichte. Und genau das macht die Schallplatte aus: Der Hintergrund und die Emotion, die wir mit einem Stück Vinyl entwickeln oder damit verbinden.

Source: Uploaded by user via Milena on Pinterest

Allen Plattenfreaks da draußen wünsche ich noch viele erotische oder zumindest leidenschaftliche Momente mit ihren schwarzen Schätzen 🙂

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