Uruguay: Der ärmste und womöglich coolste Präsident

Knapp einen halben Liter Milch – so viel kostet die Queen umgerechnet jeden ihrer Untertanen im Jahr, denn auch bei Elisabeth II hatte die Finanzkrise keinen Halt gemacht.

2012 musste sie laut Handelsblatt, mit etwa 38 Millionen Euro vom Steuerzahler, die Rolle der Chefin des teuersten Königshauses in Westeuropa abgeben.

Zum Vergleich: Der französische Präsident ist mit mehr als 110 Millionen schon etwas teurer. Die Amtskosten eines deutschen Bundespräsidenten betragen demnach in etwa 30,7 Mio.
Daraus lassen sich natürlich auch monatliche Einkünfte errechnen, die für die meisten von uns unvorstellbar sind und alles andere als bescheiden – von Pensionen, etc.,  ganz zu schweigen.

Arm ist nicht der, der wenig hat. Wirklich arm ist der, den es ohne Ende nach mehr und mehr verlangt.

(José Mujica auf dem Weltgipfel für Nachhaltigkeit 2012 in Brasilien)

Der ärmste Präsident der Welt

Hier gibt José Mujica, der Präsident von Uruguay, natürlich ein viel, viel besseres Beispiel ab. (Auch wenn der Vergleich zwischen Deutschland und Uruguay nicht der beste sein mag.) Offiziell verdient er in etwa 9600 Euro jeden Monat. Davon behält er allerdings nur um die 900 Euro, weil er 90 Prozent seines Einkommens an NGOs und soziale Einrichtungen spendet. Mehr bräuchte er nicht. Die meisten seiner Landsleute müssten immerhin mit weniger auskommen. Auch auf Besitztümer scheint er nicht sehr viel Wert zu legen. Den Sommerwohnsitz für den Präsidenten ließ er verkaufen und baute davon Schulen für arme Kinder. Als sein Land von einem Kälteeinbruch heimgesucht wurde, räumte er sogar kurzerhand die Präsi-Residenz für Obdachlose.

Alles was er an eigenem Vermögen besitzt ist laut etlichen Berichten ein VW-Käfer von 1987.

Nicht zuletzt deshalb wird der EX-Rebell, der 14 Jahre im Gefängnis saß, gefoltert und angeschossen wurde, auch als der ärmste, aber coolste Präsident betitelt.