Leo Fender – der Pionier der E-Gitarren

Ohne ihn wäre die Entwicklung im Elektrischen-Gitarrenbau vielleicht andere Wege gegangen, die erschwinglichen Preise die man heute für Einsteigermodelle aber auch Profi-Instrumente berappen muss sind zu einem guten Teil sein Verdienst.

e gitarre

Epiphone 3-3 von Maja Dumat auf flickr – CC BY

Das eigene Radiogeschäft

Leo Fender. Geboren 1909 in Anaheim, Kalifornien hat er sich schon im Kindesalter für Elektrotechnik interessiert. Auf der High School baute und reparierte er Radios, später sollte er sein eigenes Radiogeschäft eröffnen wo er auch Schallplatten und Musikinstrumente verkaufte, letztere auch reparierte.

Verstärker, neue Tonabnehmertechniken für die E-Gitarre, verbesserte Plattenwechsler und Hawaiigitarren konstruierte er, der große Erfolg sollte sich aber erst mit den E-Gitarren einstellen.

Der Erfolg des Tüftlers

Schon lange war Fender genervt von der E-Gitarrenbauweise, deren Elektrik er zwar austauschen konnte, die damals noch geleimten Hälse aber waren irreparabel und machten bei einem Schaden den ganzen Korpus unnutzbar.

Deshalb stellte er 1950 zusammen mit George Fullerton die Fender Telecaster vor, die erste Gitarre mit geschraubtem Hals. Die Einzelteile der „Tele“ waren einfach austauschbar, das Instrument leichter zu bauen und industriell herstellbar und der Preis folglich deutlich günstiger.

Auch wenn Fender mit seiner neuen Bauweise anfänglich belächelt wurde setzte er neue Maßstäbe und brachte die Fender Stratocaster und den Fender Precision Bass auf den Markt, der mit Bünden versehen eine ähnliche Spielweise wie die Gitarre anbot und den Kontrabass größtenteils vom Markt verdrängte.

Der Henry Ford des Gitarrenbaus

In den 50ern war Leo Fender der Henry Ford des Gitarrenbaus, auch der große Konkurrent Gibson konnte da nicht mithalten. Der Jazz Bass, die Fender Jaguar sowie die Jazzmaster wurden geboren.

Die Tragödie

1965 erkrankte er an Parkinson und musste sein Unternehmen Fender Electrical Instrument Co für 13 Millionen US-Dollar an den Medienkonzern CBS verkaufen. Aufhören konnte er jedoch nicht, er wurde immer wieder tätig und schuf den bis heute sehr erfolgreichen Music Man Sting RayBass E-Bass, neue Tonabnehmer und Hälse.

Jeder hat sie gespielt – nur er nicht

Jeder Gitarrist kennt heute die Strat- und Tele-Modelle, die vielfältig nachempfunden wurden und heute massenweise von Billig-Herstellern angeboten werden. Das Original aber bleibt unerreicht und früher oder später hat jeder Gitarrist seine eigene Fender.

Leo Fender starb am 21. März 1991 an den Nebenwirkungen seiner Parkinson-Krankheit. Gitarrenspielen konnte er nie, spielte aber Saxophon und hatte gute Kontakte zur Musikerszene.

1992 wurde er mit seinen Verdiensten in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und erhielt 2009 postum den Grammy für seine besonderen Verdienste.

R.I.P. Leo, danke für jede Menge Rock and Roll…

4 Dinge, die du schon immer wissen wolltest über: Linkshänder

Irgendwie ist es schon merkwürdig. Wir Linkshänder finden ungefähr so viel öffentliche Beachtung, wie Kanada bei den Armerikanern, oder Hackfleisch in der veganer WG.

Dennoch haben wir unseren eigenen Tag anscheinend verdient. Immerhin machen wir 10% der Bevölkerung aus!
Grund genug, die wichtigsten Fragen über unsere stolze Spezies zu beleuchten:

 

Frage 1: Warum gibt es mehr Rechtshänder als Linkshänder?

Eine Antwort auf diese Frage, versucht der ARD-Wissensbreak „Wissen vor 8“ zu geben.
Interessanterweise, findet sich diese Verteilung von 90% Rechtshändern in allen Kulturen und Sprachen. Die Kopplung zwischen rechter Hand und linker Gehirnhälfte, scheint gut zu funktionieren. Jedoch beanspruchen auch die meisten Linkshänder diese Gehirnhälfte. Ich war etwas enttäuscht, aber das ARD gibt mir bei dieser Frage keine „rechte“ Antwort.
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Mehr Antworten liefert da schon der SWR. Dieser hat Hirnforscher Dr. Manfred Spitzer befragt, der nur eine Lösung sieht: Das Ganze sei genetisch und nicht kulturell bedingt: Sonst gäbe es keine umerzogenen Linkshänder, die gelernt haben ihre rechte Hand stärker zu nutzen, dennoch aber Linkshänder geblieben sind.
Na gut, klingt verwirrend aber auch logisch. Es gibt als keinen Grund außer unsere Gene. Sehr unspektakulär, aber immer noch die beste Antwort.

Frage 2: In welchen Bereichen haben LH Schwierigkeiten?

Hier kann ich aus eigener Erfahrung sprechen. Als Kind habe ich immer schlechte Noten in „Schönschrift“ bekommen. Als Linkshänder tut man sich tendenziell schwerer mit der Haltung des Armes, da das für Rechtshänder optimierte Schriftbild von Links nach Rechts weist.
Wir verwischen also mit unserem Arm die Tinte des eigenen geschriebenen Textes und versuchen uns daran anzupassen. Vielleicht hab ich aber auch nur einfach eine Saukralle. Muss jedenfalls genetisch bedingt sein 😉
Musizieren: Der Linkshänder unter den Musikern gilt immer noch als Exot. Viele „Leftys“ lernen ihr Instrument sogar lieber auf rechts, als sich den Umständen der Linkshändrigkeit auszuliefern.
Diese zeigen sich in deutlich teureren Instrumenten (falls unterschieden wird) und Problemen einen geeigneten Lehrer für sein Instrument zu finden. Meine einzige Gitarrenlehrerin wollte mich „umpolen“, woraufhin ich nach wenigen Wochen zum Autodidakt wurde.
Auch Haushalts- und Handwerkzeuge sind für Rechtshänder optimiert. Das habe ich bisher aber kaum als Nachteil empfunden. Obwohl unser Geschirrspüler auch nach meiner Bearbeitung noch immer leckt. Das schon…

 

Frage 3. Haben Linkshänder auch Vorteile?

Ja! Zum Beispiel im Sport. Jedes Profi-Handballteam besetzt seine Rechts-Außen mit Linkshändern, da diese einen besseren Wurf-Winkel zum Tor haben. Auch im Fußball (Linkshänder sind oftmals auch Linksfüße) braucht man gute Flanken von beiden Seiten.
Zudem soll beim Bowlen die Bahn an der linken Seite weniger abgenutzt besser bespielen lassen, die Leftys sollen die gefährlichsten Batter beim Baseball sein, und das Leftorium von Ned Flanders ist für Rechtshänder völlig uninteressant (siehe Bild oben)…

Frage 4: Welche Mythen gibt es über Linkshänder?

1. Sie sind kreativer. Dazu fällt mir nichts ein… Ausreichende Nachweise sind aber schwierig. Narf

2. Sie verdienen mehr: Laut einer amerikanischen Studie von 2006, verdienen akademische Linkshänder im Vergleich 10-15% mehr als rechtshändrige Akademiker. An mir ist dieser Vorteil bisher leider noch vorbeigegangen.

3. Linkshänder haben eine niedrigere Lebenserwartung, da sie einer erhöhten Unfallgefahr rechts-optimierten Welt ausgesetzt sind. Diese Studie ist zwar widerlegt, dennoch sitze ich mit einem Helm in der Redaktion. Sicher ist sicher…

4. Warum sind 4 der letzten 5 US-Präsidenten Linkshänder? Diese Frage könnte ich auflösen, müsste aber jeden der es liest danach töten. Dann lieber nicht.

Bist auch du Linkshänder? Hast du besondere Erfahrungen gemacht, oder willst du einfach nur über die Mainstream-Rechtshänder lästern? Dann bist du hier genau richtig. Ich freue mich auf Kommentare und „Likes“, Kritik und Tipps für den Überlebenskampf als „Lefty“.

Euer Martin