Gartenarbeit und ihre versteckten Bußgeld-Fallen

So ein Garten bringt jede menge Spaß, aber auch viel Arbeit. 

Apropos Gartenarbeit: Eigentlich möchten Sie nur Ihren Garten wieder auf Vordermann bringen oder hier und da ein paar Veränderungen vornehmen – aber Achtung:

Es lauern überall Bußgeld-Fallen!  

Vermeintlich könnte man meinen, in seinem Garten kann man tun und lassen was man möchte. Jedoch wären wir nicht in Deutschland, wenn es auch für den eigenen Garten und für die dortigen Arbeiten und Umbaumaßnahmen einen Bußgeldkatalog gäbe. 

Gartenbesitzer sollten sich also immer gut informieren bevor sie mit einem Projekt starten – hier haben wir einige “Fallen” für Sie zusammengetragen: 

Bußgeld-Falle 1: Hecke schneiden oder Baum fällen

Ganz klar:  Hecken müssen geschnitten und gepflegt werden. Jedoch sollten sie dabei unbedingt auf den richtigen Zeitpunkt und auf bestimmte Regeln achten: 

Es darf maximal ein schonender Pflege- oder Formschnitt, zwischen dem 1. März und dem 30. September, vorgenommen werden. Laut § 39 Abs. 5 Bundesnaturschutzgesetz ist ein radikales Zurückschneiden zwischen diesen Stichtagen verboten. Der Grund ist der Schutz und Erhalt des Lebensraums von Wildtieren. 

Auch beim Fällen von Bäumen gilt die gleiche Regelung wie beim Hecke schneiden. Außerdem gibt es in Deutschland besonders geschützte Baumarten, wie die Walnuss oder Waldkiefer. Auch wenn Sie im besagten richtigen Zeitraum vorhaben einen Baum in Ihrem Garten zu fällen, gibt es eine weitere Ausnahme: Nämlich wenn beispielsweise Vögel, Nagetiere oder Fledermäuse in dem Baum nisten. Dann dürfen Gartenbesitzer ihn nicht anrühren. Bei Missachtung wird das Bußgeld je nach Bundesland anders geregelt.

Bußgeldfalle 2: Wespennester entfernen

Egal ob die Gemeine Wespe oder die Deutsche Wespe, diese Insekten stehen unter Naturschutz. Haben es sich die schwarz-gelben Tierchen einmal in Ihrem Garten heimisch gemacht und ein Nest gebaut, dürfen Sie es nicht ohne Weiteres zerstören oder entfernen. Wenn Gartenbesitzer trotzdem ein Nest entfernen kann eine saftige Geldstrafe drohen und die kann bis zu 20.000 Euro hoch sein. 

Bevor Sie also ein Wespennest entfernen wollen,informieren Sie sich vorher lieber über die Bedingungen und Voraussetzungen. 

Ebenfalls unter strengem Naturschutz stehen Insekten wie Bienen, Hummeln, Hornissen oder Schmetterlinge. Wer sie fängt, verletzt oder tötet, dem kann eine Strafe von bis zu 50.000 Euro drohen. In Brandenburg liegt die Strafe sogar bei 65.000 Euro.

Bußgeldfalle 3: Feuer im Garten 

Am Abend gemütlich ein Feuerchen im Garten machen und den Tag ausklingen lassen oder die Gartenabfälle verbrennen – auch das ist eigentlich nicht erlaubt und kann Bußgelder zur Folge haben.

Die Regelung mit Feuer im Garten wird von den entsprechenden Behörden vor Ort geregelt. Sehr oft ist es aber so, dass es eine Genehmigung braucht, wenn Sie beispielsweise Gartenabfälle verbrennen möchten. Am besten ist es wohl die Reste zu recyclen. 

Wussten Sie, dass selbst eine offenen Feuerstelle im Garten genehmigt werden muss? Nur eine Feuerschale oder ein Feuerkorb sind eine Ausnahme. Bei unerlaubtem feuer kann ein Bußgeld von maximal 150 Euro drohen.

Informieren Sie sich lieber vorab bei Ihrer Gemeinde oder Kommune, was erlaubt ist und was nicht. 

Bußgeldfalle 4: Gartenhaus bauen 

Je nach geplanter größe des Gartenhauses, sollte sich vorab der Gartenbesitzer über folgende gesetzliche Verordnungen informieren:

  • deutschlandweit geltendes Planungsrecht
  • Länderbauordnung
  • kommunaler Bebauungsplan
  • kommunale Sonderregelungen

Es wird für den Bau eines solchen Hauses dringend eine Genehmigung benötigt. Also bevor Sie mit dem Bau beginnen, sollten Sie sich lieber mit dem zuständigen Bauamt in Verbindung setzen. 

Denn das Ganze kann bei Verstößen ziemlich teuer werden: es drohen bis zu 50.000 Euro Strafe. 

Bußgeldfalle 5: Regenwasser in die Kanalisation leiten

Es ist verboten, gesammeltes Regenwasser oder auch Schmutzwasser illegal abzuleiten. Denn jeder Grundstückseigentümer muss entsprechende Gebühren für Niederschlagswasser bezahlen. Bedeutet werden diese  Niederschlagswassergebühren nicht bezahlt, kann auch hier wieder eine Strafe von bis zu 7.500 Euro fällig werden.