Altkleider: Das passiert Wirklich mit Ihren Spenden

Der Kleiderschrank ist voll und sie haben darin noch immer Sachen hängen, die Sie noch nie getragen haben? Dann wird es vielleicht mal Zeit gut Erhaltenes auszusortieren und am Besten sogar an Bedürftige zu spenden.

Dabei gibt es die Möglichkeit die Kleidung in die Altkleidersammlung zu geben. Aber was passiert wirklich mit den Sachen, die Sie da abgeben?


Warum so viele Kleidungsstücke aussortiert werden

Etwa eine Million Tonnen Textilien werden jedes Jahr in Altkleidercontainern oder bei Altkleidersammlungen abgegeben. Die Tendenz: steigend.

Der Grund liegt in der „Fast Fashion“ – immer häufiger werden weniger qualitativ hochwertige Kleidungsstücke gekauft, die dann nur für eine kurze Zeit getragen und deswegen immer billiger werden. Somit kaufen wir immer mehr Klamotten. Eine Option um die Kleidung auszusortieren, stellt dabei die Altkleidersammlung dar.


Wofür die Kleidung verwendet wird

Eine noch immer aktuelle Studie zeigt, dass 54 Prozent der Kleidung in der ursprünglichen Form weitergegeben werden (Secondhand). Zum Beispiel als Secondhand verkauft oder an Bedürftige gespendet.

Der Rest wird zu Putzlappen verarbeitet, in der Reißspinnstoffindustrie (z.B. als Dämmmaterial in Autos) wiederverwertet oder als Ersatzbrennstoff verwendet. Etwa zehn Prozent landen im Müll. Wobei der „Müll-Anteil“, durch die schlechte Qualität der Kleidungsstücke, mit der Zeit immer größer wird.


Wer die Altkleider annimmt

Es gibt gewerbliche Unternehmen, karitative Organisationen und öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger (wie Stadt- und Landkreise), die sich um die Altkleider kümmern.

  • Die gewerblichen Unternehmen kümmern sich um die Sammlung und Sortierung der Altkleider und sind im nationalen und internationalen Handel tätig. Viele stellen Putzlappen oder Recyclingprodukte aus den Textilien her
  • Karitative Organisationen legen ihren Fokus meist auf die Sammlung von Altkleider und arbeiten oft mit gewerblichen Unternehmen zusammen. Vor allem bei Kleiderkammern kommen die gesammelten Klamotten direkt bei den Bedürftigen an. Nach der Sammlung wird die Ware meist an Sortierbetriebe verkauft, wobei die Erlöse die gemeinnützigen Projekte der karitativen Organisationen unterstützen
  • Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger machen die Sammlung selbst oder beauftragen andere. Danach wird das Gesammelte an Sortierer und Vermarkter verkauft, da die Kommunen keine eigenen Altkleidersortierbetriebe haben


Wo die Sachen wirklich landen

Die Richtlinien für den Verkauf von Secondhand-Waren sind in Deutschland und Westeuropa sehr streng, deswegen landet das Meiste in Asien, Osteuropa und Afrika. Außerdem übersteigt die Menge an Altkleidern den Bedarf für soziale Zwecke in Deutschland.

Etwa nur zwei bis vier Prozent der Kleidung bleibt wirklich in Deutschland und Westeuropa. Wo die Textilien aber tatsächlich landen, hängt aber immer mit der Qualität zusammen. Deshalb wäre es gut darauf zu achten, keine zu stark verschmutzten oder kaputten Kleider abzugeben.


Worauf Sie achten sollten

Es gibt auch illegal aufgestellte Container! Am Besten immer auf Siegel, wie von FAIRWertung, DZI-Spendenspiegel oder auf das BVSE Qualitätssiegel, achten. Neben Siegeln ist es auch eine verifizierte Box, wenn auf dem Container Kontaktdaten und die Festnetznummer der jeweiligen Organisation stehen.

Genauso sind Sammlungen mit Waschkörben, die einfach vor die Haustür oder auf den Bürgersteig gestellt werden, mit besonderer Vorsicht zu genießen.Trotz Logo oder Namen darauf, hat die erwähnte Organisation meist nichts mit der Sammlung zu tun oder erhält nur einen sehr kleinen Teil des Erlöses.


Was also tun?

Um sicherzugehen, dass die Kleidung ausschließlich für gemeinnützige Zwecke verwendet wird, wäre die beste Option die Klamotten direkt bei Kleiderkammern abzugeben. Aber auch wenn die Klamotten nicht immer kostenfrei bei den Bedürftigen ankommen, kann es trotzdem gut sein, diejenigen zu unterstützen, die mit dem Geld soziale Projekte finanzieren.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Arbeiterwohlfahrt (Awo), Sozialkaufhäuser oder bei Oxfam kann beispielsweise gut erhaltene Kleidung gespendet werden.

Unter Altkleiderspenden.de können Sie auch Ihren Wohnort eingeben, um einen passenden „Abgabe-Ort“ in Ihrer Nähe zu finden.


Sie können gut erhaltene Kleidung nicht nur in die Altkleidersammlung geben, sondern auch tauschen, verkaufen oder direkt an Secondhand-Stores geben. Hierfür lesen Sie den Artikel: Statt Kleidung kaufen: Mieten, Tauschen & Secondhand