Sagenhaftes Deutschland – Der Mythos der Weißen Frau von Ebersberg

Unsere Heimat steckt voller unerzählter Sagen und Mythen.

Wir möchten Ihnen mit einigen dieser Geschichten den Alltag ein wenig sagenhafter machen.

 

Unfälle im Ebersberger Wald

Es ist 1985, als ein Autofahrer auf der Strecke durch den Ebersberger Forst fährt und die Kontrolle über das Auto verliert. Er rammt dabei den rechten Eingangspfeiler der am Waldrand liegenden Hubertuskapelle.

19. Oktober 2015: Ein 32-jähriger Mann aus dem Landkreis Ebersberg fährt mit seinem Wagen durch den Wald Richtung Forstinning, kommt plötzlich von der Straße ab und prallt gegen die Bäume. Der Mann ist tot.

21 Stunden vergehen und nur wenige hundert Meter von der Unfallstelle entfernt krachen zwei Autos zusammen. Die Unfallverursacherin und die andere Fahrerin sind leicht verletzt, nachdem beide Autos in den Graben geschleudert wurden.

November 2015: Ein Ebersberger Motorradfahrer stößt auf der selben Strecke beim Überholvorgang mit dem vor ihm fahrenden Auto zusammen und verliert einen Arm.

28.Juni 2016: Eine 48-jährige Mutter fährt mit ihren Kindern von Schwaberwegen nach Ebersberg. Kurz nach der Kapelle kommt sie links von der Fahrbahn ab und bleibt nach ca. 70 Metern zwischen den Bäumen zum stehen.

 

Auf der Staatsstraße 2080 durch den Ebersberger Forst passieren unzählige Unfälle, die teilweise auch tödlich enden. Eines haben sie alle gemeinsam: die Vorfälle ereignen sich nahe der Hubertuskapelle und bleiben meistens ungeklärt.

Der Ebersberger Forst liegt ca. 30 Kilometer östlich von München und die Kapelle liegt direkt im Zentrum des Walds, an der Einmündung des Scheibenwegs. So, wie sie heute noch steht, wurde sie 1859 erbaut. In der kleinen Kapelle steht heute ein mit einem Sticktuch bedeckter Altar, auf dem Blumen und ein Bild des heiligen Hubertus stehen. Darüber befindet sich ein Kreuz, in dessen Mitte ein Bergkristall seinen Platz findet. Die Decke ist bemalt mit dem heiligen Geist, in Form einer weißen Taube. Diese Kapelle strahlt Geborgenheit und Frieden aus, wie sie da am Waldrand steht.

Doch täglich rasen auf der vorbeiführenden Straße hunderte Autos. Nicht nur Pendler und Einheimische, sondern auch wenige Touristen und Gruselfans.

Denn es soll einen Grund haben, warum seit den 80er Jahren an dieser Kapelle zahlreiche Unfälle passieren.

 

weissefrau

Angeblich soll an dieser Stelle vor wenigen Jahrzehnten eine Frau ums Leben gekommen sein, als sie auf dem Weg durch den Wald war.

Gegen Einbruch der Dunkelheit verschlechterte sich die Sicht auf der Straße und die weiß gekleidete Frau war bei der kleinen Kapelle angekommen, als plötzlich ein Auto um die Kurve rast und sie übersieht. Anstatt auszusteigen und zu helfen, ließ der Autofahrer die Frau sterbend zurück.

Man sagt, sie suche bis heute noch den Autofahrer, der sie umgebracht hat, um ihn zu bestrafen und endlich ins Jenseits übergehen zu können.

Sie steht zu manchen Zeiten am  Straßenrand bei der Hubertuskapelle und bittet um eine Mitfahrt.

Lässt man die arme Frau stehen, soll sie wenig später auf der Rückbank sitzen und so ins Lenkrad greifen, dass ein Unfall unvermeidbar ist.

Hält man jedoch an und nimmt sie mit, wird sie wenig später wieder aussteigen.

https://www.instagram.com/p/BJIjLSJjsQ8/?tagged=hubertuskapelle

Die Geschichte des Unfalls wurde bereits in vielen Versionen weitererzählt, in denen die weiße Frau auf einem Fahrrad unterwegs gewesen sein soll oder sogar selber eine Autofahrerin war.
Belege gibt es über diesen Vorfall keine, jedoch viele unaufgeklärte Unfälle und wenige Menschen, die tatsächlich von einer Begegnung mit der Frau erzählen und den Mythos wahrhaft machen.
Neben vielen jungen Gruselfans, die eine Nachtfahrt zur Hubertuskapelle filmen und im Internet teilen, machte sich sogar ein japanisches Filmteam auf, in den Ebersberger Wald, um davon zu berichten.

Sicher ist nicht, ob alle Videos, die im Internet kursieren, bearbeitet sind oder nicht.
Allerdings kann man sich diesem Mythos nur vergewissern, wenn man selber an der Hubertuskapelle vorbeifährt.