Die dunklen Geheimnisse meiner Kollegen

geheimnisseIrgendeinen Haken gibt’s wohl immer

Nun gut, so lange bin ich wirklich noch nicht mit dabei. Der erste Monat ist kaum verstrichen und schon kommen die schrägsten Neigungen meiner Kollegen zum Vorschein. Immer dann, wenn man sich wohl fühlt, so kommt es mir vor, zeigt das Leben sein wahres Gesicht! Ob es die neue Freundin ist, deren alternde Katze im gleichen Bett schlafen darf und leider Gottes mit einem sehr aktiven Blähbauch bestraft ist, ob es der neue Fußballverein ist, bei dem der ein oder andere Spieler sich unter der Dusche zum Kaltwasser-Schlauch-Scharfrichter entwickelt, oder der niedliche neue Hund, der leider alles anbellt, was dunkel ist. Auch nachts. Leider.

Die Kennenlernphase

Genauso siehts dann wohl im neuen Arbeitsumfeld aus! Anfangs begegnet man sich noch mit höchstem Respekt, ist vorsichtig im gegenseitigen Umgang und geht von höchster Seriosität aus.
Später lernt man sich besser kennen, wird lockerer, gesprächiger. Und dann plötzlich findet man es heraus. Ein Detail, das vielleicht nicht alles ändern mag, aber doch den werten Kollegen in einem neuen, anderen, erschreckenden Licht offenbart…
Falls ich dies nicht überlebe, rächt mich bitte

Liebe Leser, Freunde und Kollegen, es mag sein, dass dies mein letzter Artikel sein mag und vielleicht ist es etwas wagemutig, sich noch im ersten Monat als der Julien Assange der Redaktion zu entpuppen. Vielleicht bin ich schon morgen nicht mehr in diesem wunderbaren Sender tätig, oder schlimmer noch, irgendwo im Hinterhof verscharrt. Dennoch kann und werde ich euch diese Details nicht vorenthalten. Niemals, nie! Für die Freiheit und für euch (die Namen sind geändert, Fotos verfälscht). Falls ich die nächsten zwei Wochen nicht mehr auftauchen sollte, bitte rächt mich und forciert, dass die Vengaboys nie wieder auftreten dürfen.

Der Fußfetischist

Als erstes muss ich meinen sympathischen Kollegen zu meiner Rechten näher beleuchten. Fürs Protokoll nenne ich ihn Ben Nikostal und belege ihn mit einer griechischen Herkunft. Vor kurzer Zeit beschäftigte sich die Gesprächsrunde mit Oberflächlichkeiten und optischen Mangelerscheinungen. Plötzlich lenkte er das Gespräch wieselflink auf seine Füße. Nicht nur, dass er preisgab, Füße als solche höchst ästhetisch zu finden, nein, er zeigte uns auch den Grund dafür. Ein Bild seines eigenen Fußes, gnadenlos und ungeschminkt und bestand darauf, dass jeder seiner Kollegen diesen als äußerst attraktiv betiteln musste. Was danach geschah, ist nicht mehr genau überliefert. Manche sprechen von weinenden Praktikantinnen, kreischenden Müttern und angewiderten Passanten, die er zwingen wollte, Sahne von seinem nackten Fuß zu lecken. Klar ist nur, der nächste Morgen verlief schweigend, trauernd, teils schluchzend und nichts wird mehr sein wie es mal war…

Morbus Schlüssel

Meine nächste Entdeckung gilt Ave Schlüssel (wie Schlössel, nur mit ü). Wie ihr Name schon sagt, muss sie wohl hoch religiös sein oder zumindest eine tragende Rolle in Dan Brown’s neuestem Kirchen-Verschwörungs-Roman spielen. Klingt makellos, aber mit einem ernsthaften Schandfleck muss sie leider leben. Als ich letzte Woche herausfand, dass im Supermarkt um die Ecke geschnittene Früchte in der Hundert-Gramm-Packung etwa doppelt so teuer waren wie eine ganze Staude Bananen, hab ich mich natürlich nicht lumpen lassen. Als geselliger Typ hab ich selbstverständlich jedem eine angeboten. Und da war es schon zu sehen. Dieses zögern in Aves Augen, dieser skeptisch-ängstliche Gesichtsausdruck, der nicht nur mir die Angstperlen auf die Stirn getrieben hat.

Zögerlich nahm sie das Präsent an. Und bereits nach wenigen Augenblicken fiel es uns wie Schuppen von den Augen. Sie konnte es nicht öffnen. Das Präsent, die Banane. Sie konnte die Banane nicht öffnen. Natürlich hat sie zuerst versucht davon abzulenken, ein lustiges Simpsons-Zitat zum besten gegeben, verlegen gelächelt. Aber die peinliche Stille konnte auch das nicht ändern. Nachforschungen haben ergeben, dass sie an einer nach ihr benannten, äußerst seltenen Krankheit leidet. Morbus Schlüssel, die Unfähigkeit, Bananen zu öffnen. Erkrankte leiden an schweren Selbstbewusstseins-Störungen, werden ausgeschlossen und gemobbt. Fristen ein hoffnungsloses Leben als gesellschaftliche Außenseiter. Man kann sich kaum vorstellen, welche Qualen Betroffene an einem Obst-Buffet erleiden müssen. Unvorstellbar. Zumindest ist es endlich raus, liebe Ave. Wir werden dich nicht alleine mit dieser Bürde lassen und versuchen, dich nicht zu sehr zu meiden. Auch wenns schwer fällt.

Fortsetzung folgt

Die Zeit ist leider knapp und ich kann nicht alle Informationen auf einmal ausbreiten. Man darf aber gespannt sein, wie es weiter geht, denn es gibt noch konfuse Geschichten von Twilight, Grace und vielen mehr. Ob ich noch einmal die Möglichkeit erhalten werde zu berichten, sei dahingestellt. Ich werde mein bestes geben. In diesem Sinne: Passen Sie gut auf sich auf…