Das Wort Neo: Aufstieg und Fall eines Revolutionärs

Es kann eigentlich nichts dafür. Ständig schlechte Presse des Wortes „Neo“ haben einen aufstrebenden Star im Wörterbuch zu einer isolierten Persönlichkeit schrumpfen lassen. Wer ist Schuld daran? Die Liberalen, die Nazis, Matrix Revolutions oder Neo selbst? In einem kurzen Abriss wollen wir euch die wichtigsten Stationen des Wortes erörtern:

Frisch und unverbraucht. Der Neologismus

Als Altgrieche geboren (Namensbedeutung: Neu, frisch, jung) ging Neo verständlicherweise zuerst im eigenen Teich fischen, und angelte sich Logos im deutschen Logismus benannt. Ähnlich wie Brangelina waren sie unzertrennlich als Neologismus in der Gesellschaft verankert. Die gute alte Wortneuschöpfung ist ja quasi schon immer bekannt. Man mutmaßt dass schon gebildete Dinosaurier, spätestens aber die alten Ägypter das beliebte Stilmittel bereits definiert hatten. Auch in der Moderne und Postmoderne bleibt sie populär. Vor allem in Journalismus und Werbewelt ist der Neologismus ein gern gesehenes, veranschaulichendes Mittel. Aber auch in der Jugendsprache werden ständig neue Ausrücke geschaffen. Ihm wurden in einigen Sprachen sogar extra Wörterbücher gewidmet. Egal ob in Wortverschmelzungen, Neuwörtern, Neubedeutungen oder Ersatzwörtern: Neo in Partnerschaft mit einem anderen Fremdwort, das kommt noch gut an! Deshalb ein Hoch auf alle Wutbürger, Simser, schwule Mädchen und Latte-Trinker, die „Neo“ zu einem guten Ruf verholfen haben.

Die Politischen Kämpfe: Neoliberal

1938 prägte der französische Ökonom Bernard Lavergne den Ausdruck Neoliberalismus. Man erzählt, dass „Neo“ selbst etwas nervös wurde, angesichts dieser neuen Presse die es dadurch unfreiwillig erlangen sollte. Die Neubelebung des Liberalismus‘ die dieser Begriff markiert, steht im Grunde genommen wie der Liberalismus auch für eine politische Bewegung die sich gegen ein Eingreifen des Staates in Wirtschaftsprozesse wendet, jedoch staatlich gegen Oligopole und Monopole vorgehen will. Natürlich bedeutet Neoliberalismus noch viel mehr, das könnt ihr aber auch selbst bei Wikipedia nachlesen, finde ich. Fest steht jedenfalls, so beliebt wie der Neologismus ist der Neoliberalismus keineswegs! Schade für unser „Neo“, dass es sich einfach so in politische Belange hineinziehen lassen musste und man darf vermuten, dass es sich schon damals das ein oder andere Mal in den Schlaf geweint hat…

Ein Filmstar ist geboren: Keanu Reeves spielt Neo!

1999 kam kurz vor der Jahrtausendwende der große Durchbruch für unseren zweisilbigen Freund (zweisilbig? Ich denke schon, wer mir das Gegenteil beweisen kann schicke mir bitte eine Mail an: DieRedaktionStreitetSchonDarüber@AbsolutRadio.de, oder einfach an Martin.Glashauser@AbsolutRadio.de). Der Film Matrix mit Protagonisten „Neo“ (Keanu Reeves) bedeutete Weltruhm und große Beliebtheit für Mr. N. Natürlich bringt Erfolg auch große Verantwortung mit sich. Pressekonferenzen, Autogrammstunden, ständig belagernde Teenies vor dem Haus. Ein Zuckerschlecken war das auch nicht. Jede noch so kleine Affäre wie mit der virtuellen Haustier-Communities Neopets, dem Busunternehmer Neoplan, oder der Kinderheilkunde Neonatologie wurden von den Medien schamlos ausgeschlachtet und in ein schlechtes Licht gerückt. Neo war somit bekannt, aber verbraucht und ausgelaugt, flüchtete sich in Alkohol und wilde Partynächte mit Charly Sheen und David Hasselhoff. Kein Wunder, dass es noch schlimmer kommen sollte.

Der schreckliche Nachwuchs: Neo-Nationalsozialismus

Nach weiteren Affären mit erdnahen Kometen und Asterioden (Near Earth Objects), die Neo einiges an Beliebtheit kosteten, brach die Geschichte des unbeliebten Geliebten aus längst vergangen Zeiten wieder hervor. In den 70ern passierte Neo ein Ungeschick, das schwerwiegende Folgen haben sollte. Man sagt auf einem Hippie-Festival trafen sich die beiden völlig zugedröhnten Widersacher Neo und Nationalsozialismus. Im ihrem überschwänglichen jugendlichen Leichtsinn landeten sie – völlig überraschend – schließlich im selben Zelt und zeugten den kleinen Neonazi. Die schwangere und total entrückte Mutter konnte leider Gottes weder einen anständigen Beruf erlangen, noch die Finger von Drogen und Alkohol lassen. Kein Wunder also, dass der kleine Neonazi als etwas geistig zurückgebliebener Junge mit sehr ausgeprägtem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom die Welt erblickte. Je älter der kleine Nazi wurde, desto mehr Unruhe sollte er stiften und ständig mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Neuestes Beispiel sind die Medienwirksamen Auftritte der sogenannten Döner-Morde 2011, die nicht nur völlig unverständlich und menschenverachtend sind, sondern auch die Alimente einfordern, die Neo dem Nationalsozialismus immer noch schuldig ist.

Gegenwart und Ausblick

Natürlich kann man sich nun fragen, wo das ganze Geld von den Matrix-Filmen und der politischen Kampagne denn eigentlich hingekommen sind. Die Antwort gab Neo selbst in einem kurzen Interview, in dem es den ehemaligen irischen Fußballer George Best zitiert:

„Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und Autos ausgegeben, den Rest habe ich einfach verprasst.“

Dennoch darf Neo auf bessere Zeiten hoffen. Die Kollaboration mit einem neuartigen Tastaturlayout, einem vielversprechendem Nischensender von ZDF und (last but not least) dem beliebten Jung-Erwachsenen-Magazin Neon sind gute Ansätze, die Neo wieder auf die richtige Bahn bringen könnten.