Endlich andere Musik.
  • Martin bloggt: Das Plädoyer eines Unplugged-Opfers

    martin unpluggedIch kann es nicht verheimlichen, ich bin ein Unplugged-Opfer.

    Manche werden mich dafür ein Weichei schimpfen, und vielleicht nicht zu Unrecht.

    Denn Unplugged ist eigentlich so etwas wie die Mädchenvariante (bitte keine Leggingsanspielungen) von schönem, harten Rock!

    Die melancholische Art zu verarbeiten, statt der aggressiven, der kleinlaute Ton in der Skyline der Watt-Giganten.

    Aber was macht Akustik-Versionen so viel schöner als die laute Variante?

    3 Gründe warum unplugged schöner ist

    1. DIE LAUTSTÄRKE!!!!!!!!!

    Eines der schlichtesten Argumente für unverstärkte Musik, ist paradoxer Weise die Lautstärke der Verstärker. Laute Musik ist zwar eindringlich, aber schafft auch Distanz. Je lauter die Verstärker gröhlen, je schriller das Becken hämmert, desto mehr wünschen wir uns Stromausfälle und plötzliche Musiker-Tode. Unplugged schreit dich nicht an – es flüstert dir ins Ohr. Stromlos glücklich…
    2. Die Natürlichkeit

    Nicht jede Acoustic-Version ist natürlich, denn wie oft spielt Metallica schon in Realitas mit pompösen Streich-Orchester und Percussionisten auf? Die meisten Unplugged Stücke jedoch sind näher dran am Ursprung des Songs. Eine Gitarre, eine Stimme, eine zweite Gitarre dazu, ein Bass und etwas Rhythmus. So hat alles angefangen, so spielt es sich auch unplugged. Keine füllenden Effekte, keine Musik vom Band, kein überproduzierter Abklatsch vom eigentlichen Song. Die unbearbeitete Essenz des Stückes. Schön 🙂

    3. Die  Nähe

    Durch das Fehlen von Effekten, Lautstärke und die langsamere Geschwindigkeit entsteht eine fast greifbare Nähe. Nicht selten steht man näher an der Bühne, kann die Gitarre des Künstlers fast anfassen oder wird vom leidenschaftlichen Sänger angespuckt. Unplugged legt den Fokus auf Gesang und Harmonie, auf Leidenschaft und das Mitfühlen des Stückes. Die Texte werden verständlicher, die Räumlichkeiten kleiner.

    Genug jetzt, dreh wieder auf!

    Kerzenlicht, Teppich, Streicher, Wohnzimmerflair, hautnah dran sein. Es gibt noch viele weitere Gründe für Akustik-Musik. Weil ich aber leidenschaftlich gerne in die E-Gitarre dresche, ins Mikrofon schreie und mich mit unserem Schlagzeuger bis zum endgültigen Gehörschaden um die Lautstärke battle, endet hier mein Plädoyer für Akustik-Musik.

    Denn unplugged ist schön, aber nicht alles.

    Mit rockigen Grüßen,
    Euer Martin

    Martin Glashauser - Redaktion
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