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  • Martin bloggt: Tag der Weltbevölkerung – Der Weg ins Inferno?

    World Map

    Bild: World Map via maps.google.com. Link: google

    „Jedwede Art von Säugern auf diesem Planeten entwickelt instinktiv ein natürliches Gleichgewicht mit ihrer Umgebung. Ihr Menschen aber tut dies nicht. […] Der Mensch ist eine Krankheit, das Geschwür dieses Planeten.““
    Mr. Smith – Matrix
    Klingt ganz schön hart, oder? Ein Blick auf die Geschichte aber und man muss zugeben: Da ist was dran!

     

    Tag der Weltbevölkerung 

    Am 11. Juli 1987 gab es laut UNO-Berechnungen erstmals mehr als 5 Milliarden Menschen weltweit.
    Deshalb wird an diesem Datum der Weltbevölkerungstag gefeiert, um ein Bewusstsein für die Probleme dieser Entwicklung zu schaffen

     

    Babyboom – die Geschichte

    • Jahr Null (v/n Christus): Die Erde zählt etwa 300 Millionen menschliche Bewohner: Das Römische Reich soll etwa 57 Mio. Leute gezählt haben, trotz der der Größe des SPQRs (fast ganz Europa, Teile Afrikas uns Asiens) gab es also weniger „Römer“ damals, als Italiener heute.
    • 1000 n. Chr.: Kaum Veränderungen: 310 Millionen.
    • 1100 – 1350 n. Chr.: Reichtum und Bevölkerung wachsen, Banken entstehen, die Pest fordert aber 25 Millionen Todesopfer – ein Drittel Europas.
    • 1500 n. Chr.: Etwa 500 Millionen Menschen
    • 1700 n. Chr.: Das Bevölkerungswachstum steigt jährlich um 0,5%
    • 1804 n. Chr.: 1.000 Millionen – Die 1 Milliarde-Grenze wird erstmals überschritten
    • 1927: 2 Milliarden
    • 1960: 3 Milliarden
    • 1974: 4 Milliarden
    • 1987: 5 Milliarden
    • 1999: 6 Milliarden
    • 2011: 7 Milliarden
    Unglaublich: Innerhalb von 80 Jahren hat sich die Menschheit mehr als verdreifacht!
    Besonders Entwicklungsländer und ärmere Staaten versprechen sich von zahlreichem Nachwuchs die Chance auf ein besseres Leben. Alleine Asien und Afrika beherbergen etwa 70% der Menschheit.

     

    Die negativen Effekte

    Rohstoffknappheit, Wassermangel, Hungersnöte, höhere Umweltbelastungen durch erhöhte Abgase:
    Die Welt verliert ihr natürliches Gleichgewicht!
    Der Mensch hat laut Schätzungen etwa 3 Milliarden mehr Exemplare auf die Welt gesetzt, als diese verträgt.

     

    Verkehrte Welt in Deutschland

    Das Gegenteil in der Bundesrepublik: Deutschland diskutiert, warum die Bürger immer weniger Kinder kriegen und die Alterspyramide bedenklich nach oben drückt. Kindertagesstätten und familienfreundliche Gesetze sollen diesen Trend abwenden.

     

    Das Inferno 

    Die Thematik ist keine neue, ein aktueller Aufhänger hat aber neuen Nährboden für Diskussionen geschaffen:
    In Dan Browns neuestem Roman „Inferno“ versucht ein anerkannter Wissenschaftler durch Keimbahnmutation einen Virus zu erschaffen, der die Weltbevölkerung – ähnlich wie die Pest im 14. Jahrhundert – extrem nach unten schrauben soll. Ein perfider Gedanke, der aber zwangsweise zum Grübeln verleitet.

     

    Source: guardian.co.uk via Robin on Pinterest

    Die Diskussion:

    Die Weltbevölkerung explodiert, gibt es Möglichkeiten ein derartiges Problem zu lösen?

     

    Ein-Kind-Politik
    In China hat sich die Ein-Kind-Politik durchgesetzt: Jede Familie darf nur ein Kind zeugen, allerdings mit diversen Ausnahmen (zB. Zwei Einzelkinder) sonst muss mit hohen Geldstrafen gerechnet werden.
    Die Geburtenziffer wurde damit auf 1,55 Kinder pro Frau reduziert.
    Dadurch ergeben sich aber auch zahlreiche negative Folgen: Überalterung der Gesellschaft, Abtreibungen um die männliche Erblinie zu erhalten, Frauenmangel, gewalttätige Strafen und Schwangerschaftsabbrüche. Und mehr als eine ethische Frage: Darf man mit staatlicher Gewalt verhindern, das Menschen Kinder bekommen?

     

    Welche Rolle spielt der Vatikan in Sachen Weltbevölkerung?
    Tatsache ist, dass die katholische Kirche sich (mit wenigen Ausnahmen) gegen Empfängnisverhütung ausspricht und damit die Überbevölkerung ungewollt fördert.
    Empfängnisregelung, also temporäre Enthaltsamkeit in fruchtbaren Perioden wird bei Gründen „die sich aus der körperlichen oder seelischen Situation der Gatten oder aus äußeren Verhältnissen ergeben“ anerkannt. Mit einer „Verhütungs-Erlaubnis“ von Vatikan würde vor allem der afrikanische Kontinent seine Geburtenziffer wohl erheblich senken können.

     

    Bewusstsein schaffen
    Ein wichtiger Faktor muss sein, ein Bewusstsein für die Weltbevölkerung zu schaffen und die Eigenverantwortung dadurch zu fördern. Genau dieses Ziel hat sich der internationale Weltbevölkerungstag gesetzt.

     

    Wirtschaftsmodel
    Ein weiteres Problem liefert auch das vorherrschende Wirtschaftsmodell, das auf ständigen Wachstum baut. Ein Abfallen der Weltbevölkerung heißt auch Konsum-Defizit.

     

    Eure Ideen:

    Wie könnte ein humaner Lösungsweg für ein so unmenschliches Problem aussehen?
    Vielleicht gehen viele auch davon aus, dass sich die Bevölkerung von alleine reguliert, da die Menschheit immer schwächer wächst bzw. irgendwann abnimmt?
    Ich bin höchst gespannt auf eure Meinung.
    Euer Martin
    Martin Glashauser - Redaktion
    Über Martin Glashauser - Redaktion (170 Artikel)
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