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  • Die Welt ist eine Scheibe – Ein Stück Vinyl-Geschichte

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    Wenn sich alles um die Scheibe dreht und das Jagen und Sammeln mehr als ein freizeitfüllendes Hobby, sondern eine Liebe und Leidenschaft fürs Leben ist, dann ist es der Vinyl-Sammler. Die Vinylplatte hat eine bewegte Geschichte und diese ist es neben der Musik wahrscheinlich auch, die den Vinyl-Sammler antreibt, das nächste begehrte Lieblingsstück zu ergattern.

    Doch worin besteht die Faszination Vinyl eigentlich? Musikfans gibt es auf der ganzen Welt, doch der Vinylliebhaber hat meist eine besondere emotionale Bindung zu seinen Schalplatten, die über reine Nostalgie und übliches Fanverhalten hinausgeht. Das Vinyl hat eine lange Entwicklung hinter sich, die immer neben der Musik selbst, vor allem mit Träumen verbunden war.

    Das galt auch für den Erfinder der Schallplatte, den US-amerikanischen Physiker Charles Sumner Tainter und deren Weiterentwickler Emil Berliner. Tainter tüftelte bereits 1880 an der ersten Platte, damals noch aus Wachs. Der deutsch-amerikanische Industrielle Berliner erhielt 1887 das Patent für die Schallplatte und entwickelte sie in den Folgejahren stetig weiter. (S)ein Traum wurde wahr und die Scheibe war geboren.

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    Ein ganzer Industriezweig entwickelte sich ab dem 19. Jahrhundert vor allem in Europa aus dieser Erfindung. Der Erste und Zweite Weltkrieg allerdings bedeuteten massive Einschnitte in der Schallplattenproduktion. Erst nach 1945 wurde die Produktion wieder aufgenommen und der Traum von Musik auf Platte wurde wiederbelebt.

    Ende der 1950er Jahre wurde die Schallplattenproduktion in der Bundesrepublik und anderen westeuropäischen Ländern auf Schellackplatten umgestellt. Parallel entwickelten allerdings einige britische und amerikanische Unternehmen bereits die ersten Schallplatten aus Vinyl.

    Bis 1960 wurden immer weniger Schellackplatten produziert und das schwarze Gold, die Vinylplatte, begann ihren endgültigen Siegeszug um die Welt. Ab Mitte der 1980er Jahre kam die Compact Disc (CD) auf den Markt und verdrängte die Vinylplatte nach und nach, bis Anfang der 1990er gar der „Tod der Schallplatte“ verkündet wurde.

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    Aber wie heißt es so schön „Todgeglaubte leben länger“ und in diesem Sinne ist die Vinyl bis heute bei Liebhabern, Sammlern und Musikgenießern wohl nie gänzlich verschwunden. Ganz im Gegenteil, in den letzten Jahren erlebt die Vinylplatte ein ungeahntes Revival. Ob im Bereich Mode, Wohnaccessoires oder Musikbusiness generell, die Scheibe ist absolut „in“.

    Allerdings sehen sich Vinylplatten immer noch bedroht durch die CD und nun auch noch hauptsächlich mit dem vielfältigen Musikangebot im Internet konfrontiert. Doch solange die kreisrunden Schmuckstücke noch in heimischen Wohnzimmern, auf Trödelmärkten und in Plattenläden existieren und weiterleben, stirbt wohl auch ihr Sammler nicht aus. Der Traum lebt weiter und die Welt bleibt eine Scheibe.

    Die Autorin Katharina Schmalz arbeitet im Online- Kunst-und Auktionshaus Auctionata. Alle Text- und Bildrechte vorbehalten.

    1 Kommentar zu Die Welt ist eine Scheibe – Ein Stück Vinyl-Geschichte

    1. Ohje, wurde aber einiges verwurschtelt…

      Tainter (und Bell) haben die Schallplatte nie erfunden, sie versuchten es nur, sind aber daran gescheitert und haben stattdessen die Wachswalze erfunden. Berliner ist es als einziger gelungen unabhängig von den anderen beiden eine funktionierende Schallplatte zu entwickeln. Er hat da auch nichts weiter entwickelt, was denn auch? Es gab ja nichts was er weiterentwickeln konnte. Daher gilt die Erfindung nicht Tainter sondern Berliner.

      Der Industriezweig entwickelte sich nicht ab dem 19. sondern ab dem 20. Jahrhundert. Das 19. Jahrhundert begann 1800, da konnten die Leute gerade mal von der Schallaufzeichnung träumen. Der Industriezweig entstand ab 1900 und damit ab dem 20. Jahrhundert als Berliner von Hartgummi auf Schellack als Material umstieg.

      Ende der 1950er wurde auf Vinyl und nicht auf Schellack umgestellt. 1959 lief im Westen ja schon die letzte Schellackplatte vom Band. Die Vinyl LP wurde ende der 30er von Goldmark für ein amerikanisches Label entwickelt und nach dem Krieg 1948 erst vorgestellt um keinen wirtschaftlichen Suizid zu begehen. Nur in Asien und Entwicklungsländern wurden Schellackplatten bis 1960 gefertigt.

      Da solltet ihr vielleicht nochmal drüberschauen…

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