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  • Absolut Vinyl – Im Rausch des schwarzen Goldes

    vinyl rauschEs ist kaum zu glauben – ein Mann namens Paul Mawhinney hat einen neuen Rekord aufgestellt: Er ist der größte Plattensammler der Welt.

    Rund 3 Millionen Platten brachten Musik in sein Leben. Die außergewöhnliche Geschichte eines außergewöhnlichen Vinyl-Junkies bewegt die Welt – und uns.

    Wer ist Paul Mawhinney?

    Diese Frage werden sich wohl einige stellen…

    Ein unauffälliger Mann aus einem Vorort von Pittsburgh in Pennsylvania, beruflich sein Leben lang Vertreter, vom Schicksal getroffen: mehrere Schlaganfälle und Diabetes machten ihn fast blind. Nur mit einer großen Lupe kann er überhaupt noch Buchstaben entziffern. Und doch: hinter diesem Mann steckt eine große Geschichte…

    Er lebt vom schwarzen Gold

    Paul Mawhinney ist seitdem er denken kann ein großer Schallplattensammler. Schon früh begann er, Platten von seinen Reisen zu sammeln und diese sorgfältig zu pflegen.

    Die Sammlung wächst und wächst, bis seine Frau Colette ihn irgendwann überredet, einen Plattenladen zu eröffnen.

    Das Record-Rama verhalf ihm zu exponentiellem Wachstum. Paul sagt selbst: „Von allem, was ich verkaufte, behielt ich das letzte Stück für mich selbst“. Vor allem in Zeiten der CD schlug er richtig zu, da alle Plattenläden ihre Bestände auflösten.

    Im Jahr 2008 musste Paul seinen Laden aufgrund fehlender Gewinne leider schließen.

    Der Rekord des Vinyl-Stars

    Es ist kein Geheimnis: Paul Mawhinney ist ein lebendes Plattenlexikon. Die Leidenschaft wurde zur Besessenheit – Paul lebt in einem „Vinyl-Rausch„: „Ja, es ist zur Krankheit geworden. Am Ende hatte ich fast drei Millionen Platten. Aber ich liebe jedes einzelne Exemplar und bereue keine Sekunde.“

    Unter den etwa 3 Millionen Platten befinden sich unter anderem eine Million Alben, 1,5 Millionen Singles, 300.000 CD´s, ungezählte 7-Zoll-Platten, Zylinder- und Schellack-Tonträger sowie antike Abspielgeräte, Autogrammkarten, Poster und Pappaufsteller von Stars.

    83 Prozent seiner Musik der Jahre 1944-1967 gibt es heute weder auf CD noch im Internet. Seine Sammlung ist also nicht nur die größte, sondern auch eine Bandbreite an Raritäten, verborgenen Schätzen und exklusiven Einzelstücken.

    Sein Archiv ist ein Bunker in der Größe einer Turnhalle – gekoppelt an ein gut durchdachtes, nicht nachvollziehbares System, das Einbrecher fernhalten und verwirren soll.

     

    Der Weg von schwarzem zu barem Gold

    Mehrmals hat Paul Mawhinney versucht, seine Sammlung zu veräußern.

    Nachdem er durch seine wiederholten Schlaganfälle sein Augenlicht fast verloren hat, wusste er, dass es nicht mehr lange funktioniert, seine Sammlung so sorgfältig zu pflegen wie bisher.

    Leider zunächst ohne Erfolg: „…meine Platten interessierten die Leute einen Scheiß. Das hat ziemlich weh getan. Sie sind doch mein Leben.“

    Mehrere Versuche scheiterten: CD Now bot ihm 28 Millionen Dollar, jedoch ging die Website pleite – aus dem Deal wurde nichts. Ein Privatmann bot 12 Millionen Dollar, doch er stellte sich als Betrüger heraus – ein Glück, dass Paul das Angebot nicht angenommen hat.

    Er ist bescheiden – es geht ihm nicht um den Marktwert der Platten, sondern darum, was sie ihm bedeuten. Für einen lapidaren Preis von 3 Millionen Dollar hat er seine Vinyl-Sammlung nun abgetreten – an einen Menschen, der den Wert seines Lebensprojektes erkannt hat: „Ich darf nicht verraten, wer der Käufer ist, aber die Welt wird es bald erfahren. Es wird ein Museum mit meinem Vinylschätzen eröffnet, das sogar meinen Namen tragen wird.“

    Heute besitzt Paul Mawhinney keine 50 Platten mehr, doch die wertvollsten Schätze hat er sich erhalten – darunter die erste flache Scheibe von 1881,  ein Weihnachtsalbum von Elvis und eine Promoplatte  der Rolling Stones.

    Quelle: GQ-April 2012

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