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  • Eurovision Song Contest 2014: Das sind die deutschen Songs (Teil 2)

    dasgezeichneteich

    Quelle: NDR/Bella Lieberberg. Das Gezeichnete Ich.

    Knaller! Am 13. März, also kommenden Donnerstag, wird’s aufregend: Deutschland wählt seine(n) Kandidaten für die größte, vermutlich teuerste und meistangeschaute TV-Musikshow der Welt, den Eurovision Song Contest in Kopenhagen. Und weil bis Donnerstag gar nicht mehr so viel Zeit ist, lauschen wir auch gleich ohne großes Vorgeplänkel in die Songs der verbleibenden vier Interpreten hinein, nachdem wir in der letzten Woche schon die ersten vier kennengelernt haben.

    Elaiza…

    …sind die glücklichen Gewinnerinnen der „Wildcard“. Kleine Erläuterung: Schon vor vielen Wochen wählte eine Jury sieben Teilnehmer für den Vorentscheid am Donnerstag in Köln aus, ließ aber einen Startplatz frei für eine unbekanntere Newcomerband. Bei einem Clubkonzert in Hamburg wurde dann aus einer Auswahl von Interpreten, die sich via Youtube beworben hatten, durch Telefonanrufe und SMS ein Wildcardgewinner gekürt. (Kurzer Abriss der Veranstaltung: Zehn Acts traten an, teils hörbar ohne größere Liveerfahrung und viele mit Songs, die keine Chance haben zu gewinnen. Also im Prinzip ein deutscher Vorentscheid aus den frühen 2000ern, nur ohne Axel Bulthaupt und ausschließlich spät Abends im NDR und auf EinsPlus.)

    Elaiza jedenfalls sind drei sympathische Damen, die soetwas wie Folk-Pop mit osteuropäischem Einschlag machen und ebenjene Wildcard gewonnen haben. Ihre Lieder haben in der Pop-Hölle der Eurovision durchaus etwas Reinigendes, Beruhigendes. Während ich den Song „Is it Right?“ für ein wenig Schwerfällig halte, ist der zweite Titel des Trios doch ganz drollig, allerdings immer noch ein gewagter Beitrag, um auf der großen Bühne in Kopenhagen bestehen zu können. Vielleicht sind Elaiza also nicht das Richtige, um uns in Dänemark zu vertreten. Macht in Clubs und auf kleinen Bühnen weiter, aber nicht beim ESC. (Vielleicht begründet meine leichte Abneigung gegen Elaiza aber auch darin, dass Frontfrau Ela gerade mal so alt ist wie ich. Sie steht auf der tollen ESC-Vorentscheidsbühne, genießt schon das Rampenlicht, hat die Chance für Europa zu singen – und ich, mit meinen 21 Lenzen, kommentiere die ganze Veranstaltung mit halbwitzigen Blogs in der Digitalsparte. Heul.)

    Unheilig

    Der Graf ist der große Favorit dieser Vorausschei… äh, Vorentscheidung. Und das Lied? Mein Gott ist das gefällig. Mein Gott ist das 2010. Muss nicht sein, wirklich nicht. (Wobei 12 Punkte aus Österreich und der Schweiz schon geil wären.)

    Oceana

    Nunja, damals zur Europameisterschaft war „Endless Summer“ von ihr ein toller Hit, Platz fünf der deutschen Charts. Danach kam dann nicht mehr ganz so viel (Ende 2012 immerhin mit einem Studioalbum Platz 89 für eine ganze Woche), da kommt der ESC jetzt gerade recht, um noch mal etwas Buzz zu generieren.

    (Mal unter uns: Finden Sie „Thank you“ wirklich gut? Ich muss sagen, ich stieß einen kleinen Freundenseufzer aus, als es vorbei war.)

    Zähes Ding mit für das tumbe ESC-Publikum unüberwindbarem Rhythmus, oder? Gibt auch von ihr noch einen zweiten ESC-Song, „All Night“. Ähnlich kaugummiartig, nur noch eine Spur nervtötender gesungen. Bestimmt liebt das Feuilleton sie und ich katapultiere mich gerade ins kulturelle Abseits. Andererseits bin ich doch bestimmt auch ein bisschen Feuilleton. Nimm dies, FAZ!
    Ups, zurück zum Thema.

    Das Gezeichnete Ich…

    …ist ein Vertreter des besonders unter deutschsprachigen Sängern beliebten Genres „larmoyanter-pseudophilosophischer Pop zum Nachdenken“. Und „Weil Du Da Bist“ ist die Krönung dieses Genres. Aber schlagen Sie mich: Ich find’s gut. Wie’s Live funktioniert, vermag ich noch nicht zu sagen, aber ich glaube: Dieser Song wäre ein guter Vertreter für uns in Kopenhagen, und Das Gezeichnete Ich bestimmt auch, Liveerfahrung hat es / er bereits.

    Das zweite Lied von ihm wird „Echo“ sein.

    Zum Schluss ein Fazit

    Der ESC-Jahrgang 2014 wird ein guter. Verschiedene Länder haben bereits ihre Teilnehmer bestimmt, darunter natürlich einige Totalausfälle, aber auch bereits jetzt viele spannende Songs, die Konkurrenz ist groß. Können wir mit Unheilig ausreichend Punkte sammeln? Der Fame beschränkt sich eigentlich eher auf deutschsprachige Länder, die mystische Aura um „den Grafen“ ist doch schon länger verflogen, er sitzt fest im Mainstreamsattel und reitet nicht mehr das pechschwarze Ross, das gerade dem Gothicstall entrissen ist. Noch ein paar Jahre und er galoppiert auf Ross-Antony. (Ist inhaltlich totaler Quatsch, aber als ich „Ross“ geschrieben habe, musste ich Ross Antony unbedingt mit einbauen.)

    Madeline Juno: Nett, aber kann sie die riesige Halle füllen? Das traut man dann doch eher den Jungs von „The Baseballs“ zu. MarieMarie und Elaiza: Zu speziell?  Ist Das Gezeichnete Ich ein guter Act – sofern er sich gegen die anderen im Vorentscheid durchsetzen kann? Ich glaube schon.

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    Daniel Kähler
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