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  • Die reichsten Kriminellen unserer Zeit – Teil 2

    Herzlich Willkommen zum zweiten Teil unserer Reihe der geldigsten Gesetzesbrecher. Nahtlos machen wir dort weiter wo wir aufgehört haben. Nächster im Bunde ist ein gewisser…

     

    Frank Lucas

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    Mit ählichen Mehoden wie in „Teil 1“ beschrieben wird Frank Lucas  in den 60er und 70er Jahren unvorstellbar reich. Er importiert skrupellos in Särgen von US-Soldaten Heroin aus Vietnam.

    Dieses vertreibt er in New York City und nimmt laut eigenen Angaben bis zu einer Million Dollar am Tag(!) ein. Sein Geniestreich: Er verzichtet auf teure Mittelsmänner der vorherrschenden italienischen Mafia, kauft es direkt vom Erzeuger und lässt es von Familienmitgliedern, welche er von seiner Heimat in North Carolina nach New York holt, verkaufen.

    Lucas wird 1976 zu 70 Jahren Haft verurteilt; allerdings kooperiert er, trägt zur Verhaftung zahlreicher anderer Drogenbarone bei und kommt mit nur 15 Jahren davon. Der 2007 erschienene Film American Gangster, mit Denzel Washington in der Hauptrolle, porträtiert Lucas Leben als Drogenboss. Er stand sogar selbst bei den Dreharbeiten als Berater bei.

     

    Khun Sa

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    Khun Sa ist zu Heroin was Pablo Escobar zu Kokain war – der „Weltmarktführer“, wenn man so will. Khun Sa heißt übersetzt „der wohlhabende Prinz“, sein eigentlicher Name ist Chang Shi-Fu. Anders als die meisten Drogenbarone steigt er auf völlig legalem Weg, im Auftrag der Regierung, in das Geschäft ein. Sa wird mit einer 800 Mann starken Armee, Geld und Waffen ausgestattet, mit dem Auftrag die Shan-Rebellen zu bekämpfen.

    Das Geld und die Armee nutzt er jedoch nach kurzer Zeit um einen Großteil der Landfläche desgoldenen Dreiecks (Laos, Thailand und Myanmar , 80% des weltweiten Opium Anbaus!)  einzunehmen. Er wird 1969 festgenommen und vier Jahre später bereits freigelassen, da Sas Stellvertreter zwei russische Doktoren als Geiseln festhält und diese als Tausch für Khun Sa anbietet.

    Seine Armee wächst auf 25 000 Mann an und er scheint unantastbar zu sein. Letztendlich wendet sich seine eigene Armee gegen ihn und bringt ihn zu Fall, nachdem von der DEA (US-amerikanische Drogenbehörde) ein Kopfgeld von zwei Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt wird; Sa kann allerdings einen Kompromiss aushandeln: er übergibt sein Imperium im Gegenzug für seine Freiheit. Sa stirbt 2007 im Alter von 73 Jahren als freier Mann.

    Sein Vermögen wird auf über 2 Milliarden Dollar geschätzt. Besonders für eine Aktion wird Khun Sa wohl für immer in den Köpfen der US-Regierung bleiben. Er schlug ihnen hochnäsig vor, wenn sie verhindern wollen dass das Opium auf die Straßen kommt sollen sie es selbst kaufen. Sein Angebot: 500 Tonnen in fünf Jahren für 30 Millionen Dollar. Es wurde natürlich abgelehnt.

    Hier ein Interview eines an dem Fall beteiligten DEA -Agenten aus dem Jahr 1996:

    Frage: Beschreiben sie de Heroin- bzw. Opiumanbau und den Vertrieb. Wie ist diese „Welt“.

    Antwort: Es ist kompliziert. Das Goldene Dreieck ist ein Stück Land, 80% davon liegt in Burma (heute Myanmar). Burma is für Ausländer nur schwer zugänglich, das wollen die Bürger so. In diesem Dreieck gibt es das Shan-Territorium, hier sind viele ethnische Gruppen im Kriegszustand mit der Regierung. Eine dieser Gruppen ist die Shan United Army, unter der Kontrolle von Khun Sa. Diese Organisation ist alleine für 70% des  Opiumanbaus verantwortlich.

    Frage: Wie schlimm ist die Situation? Sie waren vor Ort und haben es gesehen.

    Antwort: Khun Sa verdoppelt seine Kapazität alle 10 Jahre. Die Menge des exportierten Heroins ist unglaublich. Der Reinheitsgrad des Stoffes in den Großstädten hat sich bereits vervierfacht und beträgt zwischen 60 – 80 Prozent. Eine Katastrophe.

    Frage: Also produziert Khun Sa nicht nur mehr Heroin, aber auch besseres? Und macht also auch mehr Geld damit?

    Antwort: Sein Heroin war immer sehr rein. Er hatte stets das Beste auf dem Markt.

     

    Joseph Kennedy

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    Hier Kennedy mit seinen Söhnen Joseph jr. (li.) und John F. (re.)

    Joseph Kennedy ist Patriarch einer der reichsten und einflussreichsten Familien der USA, genau, den Kennedys. Unter seinen Söhnen sind ein Präsident, ein Senator und ein hoch angesehener Staatsanwalt. Bereits vor der Prohibition verkauft er Alkohol und Berichten zufolge auch während dieser; somit hat er wohl Kontakte zum New Yorker und Chicagoer Untergrund und der Mafia.

    Er investiert das Geld in Aktien, v.A. in Hollywood. Durch sein eng verwobenes Netz an mächtigen Freunden in Wirtschaft und Politik steigt die Familie immer weiter nach oben. Anfang der 50er Jahre soll Vermögen umgerechnet mehrere Milliarden Dollar betragen.

     

    Carlos Lehder

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    Carlos Lehder war Mitbegründer des bereits genannten Medellin-Kartells. Er beginnt seine Kriminelle Karriere als Marihuanadealer und dem Schmuggel gestohlener Autos. Während einer Haftstrafe in Danbury (Conneticut) lernt er George Jung kennen und beschließt mit diesem nach seiner Freilassung auf ein, in den USA bis dato eher unbekanntes Produkt, Kokain, umzusteigen.

    Lehder hat durch das Kartell gute Beziehungen zu Pablo Escobar und kann somit schnell große Mengen des „weißen Schnees“ erfolgreich vertreiben. Er nutzt die kleine Insel Norman’s Cay in der Karibik, wo er auch zeitweise wohnt, um von dort aus mit Sportflugzeugen und -booten das Kokain von Kolumbien in die Vereinigten Staaten zu befördern.

    Diese Insel wird ihm allerdings auch zum Verhängnis: „Unnormale Aktivitäten“ machen die DEA auf ihn aufmerksam. Agenten bewachen über einen längeren Zeitraum die Insel und haben schließlich genügend Beweise (Drogentransport, Leichen,…) um Lehder festzunehmen; er wird zu 135 Jahren Haft verurteilt. Allerdings wird die Strafe auf 55 Jahre heruntergesetzt, als er gegen Manuel Noriega, ehemaliges Staatsoberhaupt Panamas und ebenfalls „dick im Geschäft“, aussagt.

    Sein Vermögen wird auf knapp drei Milliarden Dollar geschätzt.

    Filmtipp: Blow

     

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